Dieselabgase sind so gefährlich wie Asbest
14.06.2012 | 08:46 Uhr 2012-06-14T08:46:00+0200
Essen. Dieselabgase sind für die Gesundheit deutlich gefährlicher als angenommen. Darauf weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hin. Das Risiko, an Lungen- oder Blasenkrebs zu erkranken, sei deutlich erhöht, belegten mehrere Studien. Die WHO stufte Dieselabgase nun in die Gefährdungsklasse von Asbest, Arsen und Senfgas ein und forderte eine drastische Reduzierung der Abgase weltweit.
Auf große Gesundheitsrisiken durch die Abgase von Dieselmotoren hat die Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organisation) aufmerksam gemacht. Nach neuen Erkenntnissen seien die Abgase ebenso krebserregend wie Asbest, Arsen oder Senfgas .
Nach Ansicht der internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon sei es erwiesen, dass Dieselabgase Lungenkrebs und womöglich auch Blasenkrebs auslösen können. Die Gefahr sei vergleichbar mit dem Risiko durch Passivrauchen. Die WHO fordert daher eine drastische Reduzierung des Schadstoffausstoßes .
Gefährdungspotenzial hochgestuft
Die WHO stufte daher die Gefährdungspotenzial von der Einstufung 2b auf 1 hoch. Damit gelten die Abgase nicht mehr nur als „potenziell krebserregend“ (karzinogen), sondern es besteht ein belegter Zusammenhang zwischen Dieselabgasen und dieser Krankheit. Christopher Portier, Leiter der IARC-Arbeitsgruppe, sagte: „Der wissenschaftliche Begründung ist schlüssig: Dieselabgase verursachen Lungenkrebs. Der Ausstoß von Rußpartikeln und Schadstoffen sollte daher weltweit verringert werden.“ Die Einschätzung von Benzin-Abgasen veränderte die WHO hingegen nicht. Diese gelten weiterhin als „wahrscheinlich krebserregend“.
Die Hinweise auf die Gesundheitsgefahren durch Dieselabgase sind nicht neu. Zuletzt hatte die IARC, die der Weltgesundheitsbehörde angegliedert ist, 1989 darauf hingewiesen, dass Dieselabgase bei Menschen wahrscheinlich krebsauslösend wirken und weitere Studien angeregt. 1998 erklärte die US-Emissionsschutzbehörde in Kalifornien (CARB) Dieselabgase nach einer Reihe von Tierstudien zu einem „toxischen“, also giftigen Luftschadstoff. Dies könne stark darauf hindeuten, dass zwischen berufsbedingten Belastungen durch die Abgase und Lungenkrebs ein direkter Zusammenhang bestehe.
Bauarbeiter und Lastwagenfahrer
Die nun erfolgte neue Bewertung wurde vor allem durch zwei neue Studien des US-Krebsforschungszentrums (National Cancer Institute) ausgelöst. Dort wurde nachgewiesen, dass Minenarbeiter, die unter Tage über eine lange Zeit Dieselabgasen ausgesetzt waren, bis zu siebenmal häufiger an Lungenkrebs erkrankten. Das erhöhte Krebsrisiko bestehe vor allem für bestimmte Berufsgruppen, die häufig und über längere Zeit den Gasen ausgesetzt sind, etwa Lastwagenfahrer, Arbeitern auf Dieselloks und Schiffen sowie auf Baustellen, wo Dieselgeneratoren laufen.
Zwar sei grundsätzlich auch die Bevölkerung vor allem in den Städten betroffen, doch dürfte hier die Belastung deutlich geringer sein, so die Experten. Dafür spricht auch, dass der Schwefelgehalt in dem Treibstoff gesenkt wurden, die Abgase besser gefiltert werden und der Diesel in modernen Motoren fast vollständig verbrennt. Zur Gefährdung der Bevölkerung liegen indes keine wissenschaftlich abgesicherten Ergebnisse vor.
Diesel treibt den Welthandel an
Kurt Straif vom IARC weist jedoch darauf hin, dass künftige Studien auch eine Gefahr für die Allgemeinheit aufzeigen könnten. Man wisse von anderen Studien, dass sie zunächst die Risiken für besonders gefährdete Personen in den Blick nehmen, später seien dann oft auch Gefahren für andere Gruppen erkannt worden. Ein Beispiel sei das Passivrauchen.
Vor dem Hintergrund, dass 90 Prozent der Warentransporte weltweit von Dieselmaschinen bewegt werden, wird das globale Gefährdungspotenzial deutlich. Zugleich zeigt dies aber aber auch die Möglichkeit, den Schadstoffausstoß durch strengere Vorschriften, bessere Treibstoffe und Filter weltweit zu verringern.
Baumaschinen als Dreckschleudern
In diesem Zusammenhang weist Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) auf die enorme Belastung von Anwohnern und Arbeitern durch Baumaschinen hin. In deutschen Großstädten würden Baumaschinen inzwischen mehr Dieselruß ausstoßen als der Fahrzeugverkehr.
Die Dieselmaschinen auf Baustellen sind häufig den ganzen Tag im Einsatz. „So kommt es an einem Ort zu einer hohen Konzentration von Schadstoffen, denen die Arbeiter auf der Baustelle ausgesetzt sind. Daran ändert auch der Betrieb im Freien nichts“, sagte Holger Bartels von der IG Bau. Die gesetzlichen Regelungen für auf Baustellen eingesetzte Maschinen reichten nicht aus. DUH und Gewerkschaft fordern daher eine „flächendeckende Filterpflicht“ für Dieselmaschinen auf Baustellen.
02:40
Bei der Pest sind ein Drittel der Europäichen Bevölkerung gestorben, ich freue mich schon auf die RENTE MIT 74 , nachdem ich mit 73 noch als Dachdecker über die Giebel balanciert bin. Die Stuablunge der Bergleute hat dieses Alter abgeschrieben , nachdem der Staubsaugerbeutel voll war, blieb den Kumpels meist nur noch 10 husteneiche Jahre um mit 65 ims Gras zu beißen. Ich mag den Diesel , auch mit Kat.
07:54
Wie konnte die Menschheit nur so alt werden, bei den ganzen Gefahren.....
00:45
Ich versuche nicht mehr zu atmen., dann kann mir der Feinstaub gestohlen bleiben.
20:59
Die WHO? Krebsgefahr? In dem Fall, Frau Ministerin Steffens, ist das ein Fall für Sie. Ich erwarte die sofortige Durchsetzung von absoluten Fahrverboten in allen Kneipen, Restaurants und öffentlichen Gebäuden.
18:53
als nächstes sind dann die Benzinmotoren dran, und danach stellt man fest, dass Elektromotoren Elektrosmog machen...
16:45
Heißt es bald"Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?"
Ich bin vor vielen Jahren morgens um 5:00 Uhr mit dem Rad zur Arbeit gefahren,um diese Zeit wurde in einem nahe gelegenen Stickstoffwerk abgeblasen,man konnte zu dieser Zeit kaum etwas sehen, so tränten ein die Augen.Heute würde dieser Ort sofort unter Quarantäne gestellt.
Man kann alles und jedes in Frage stellen.
15:33
Mein Kommentar war eher ironisch gemeint. Ich glaube nicht im Ernst daran, dass es möglich ist, große Baumaschinen mit Elektroantrieb zu betreiben - von Spezialanwendungen wie z.B. Bergbau mal abgesehen?
Ich wollte eher mit dem Finger auf die typisch deutsche "German Angst" zeigen, die mögliche Gefahren nicht in ihrem Kontext zu anderen bewertet und die naheliegesten Abhilfemaßnahmen plant, sondern zur scheinbar unausweichlichen globalen Katastrophe hochstilisiert und zu deren Abwendung am liebsten fluchtartig den Planeten evakuieren möchte.
13:45
so, das rollt sie nun an, die nächste Hysteriewelle.....
Die WHO macht eine Studie und die Deutschen drehen bald wieder allesamt am Rad. Jetzt wird wieder gefordert, verboten, diffamiert und bestraft was das Zeug hält. Meine Güte, kann man nicht einfach mal entspannt bleiben? Was haben die Leute sich eigentlich gedacht, die in einer Stadt leben inmitten von Baustellen, Straßenverkehr und Industrie? Reine Luft wie auf Helgoland und gleichzeitig Französisches Mineralwasser trinken? Denkt Ihr, das kommt mit einem Heißluftballon zum Getränkemarkt? Das unser Leben in einem Industriestaat Risiken birgt, ist doch wohl klar. Profitieren wollen alle davon, Nachteile in Kauf nehmen jedoch nicht.
Sehr guter Kommentar! Leider sind Sie mit Ihrer realistischen Einschätzung Mitglied einer aussterbenden Minderheit.
13:19
Auf Elektro umsteigen ist ja wohl illusorisch. Aber was spricht denn dagegen auch LKW und Baumaschinen mit Diesel-Rußpartikelfiltern auszurüsten?
12:43
... na dann: Abschalten und auf E-Antriebe umsteigen? Das macht die Baustellen, Straßen, Ballungsräume bestimmt gesünder, beseitigt ganz nebenbei die Feinstaub-Bedrohung und schafft bestimmt ganz, ganz viele zusätzliche Arbeitsplätze und zufriedene Wähler:-)