Die Neuheiten der Tokyo Motor Show
10.12.2011 | 10:33 Uhr 2011-12-10T10:33:00+0100
Tokio. Im März schaute die Welt nach Japan. Radioaktive Strahlung gelang durch ein Erdbeben in die Umwelt und forderte zahlreiche Todesopfer. Jetzt glänzt und glitzert wieder alles – in der City die riesigen Leuchtreklamen und auf der Tokyo Motor Show die Autos von morgen.
Das Motto „Reborn“ am Stand von Toyota trifft die Lage der Japaner passend. Nach der ausgefallenen Motor Show im letzten Jahr und der Katastrophe im Frühjahr, ruft Toyotas Vorsitzender Akio Toyoda die Japaner zum Zusammenhalt auf. Im japanischen Automobilbereich soll es wieder aufwärts gehen. Für alle Hersteller steht eines fest: Die Auto-Zukunft wird umweltfreundlicher, kleiner und elektrisch. Kleine wendige Stadtflitzer, die abends an der Steckdose aufgeladen werden, werden schon bald unser Straßenbild prägen.
Der Schriftzug „Zero Emisson“ leuchtet groß am Stand von Nissan. Ohne CO2-Ausstoß und vollkommen elektrisch soll der Pivo3 einmal über die Straßen rollen. Das Besondere: Der Dreisitzer bewegt beim Lenken gleich alle vier Räder und benötigt so nur vier Meter Platz, um einmal um 180 Grad zu wenden. Wann der Nachfolger des Pivo2 jedoch in Serie geht, ist noch fraglich. Länger als fünf Jahre soll es laut Nissan Design-Chef Shiro Nakamura nicht dauern.
Leaf als Stromlieferant
Wer nicht solange auf ein umweltfreundliches Elektroauto von Nissan warten möchte, kann sich schon bald auf den batteriebetriebenen Leaf freuen. Er kommt bereits im Februar auf den Markt und soll in Notfällen als Stromversorger dienen. Laut Nissan habe man ein System entwickelt, das die Versorgung von Privathaushalten mit Strom aus der Lithium-Ionen-Batterie eines Elektroautos ermöglicht. Kommt es also zu einem Stromausfall, können entsprechend ausgestattete Häuser mit dem Strom des Nissan Leaf versorgt werden.
Auf der Tokyo Motor Show gab Nissan bekannt, dass die Japaner zukünftig „Nismo“ als eigene Sportmarke einführen werden. So wie AMG bei Mercedes die Autos der Stuttgarter noch sportlicher macht, will jetzt auch Nissan mit ihrer Tuning-Tochter Nismo angreifen. In Tokyo präsentierten die Japaner den Juke Nismo Concept. Mit 19 Zoll großen Alufelgen und sportlichen Design-Elementen soll er schon in naher Zukunft in Serie gehen. Der Motor ist noch unbekannt.
Auch bei den anderen einheimischen Automarken soll die Autozukunft umweltfreundlicher sein. Mazda zeigt die elegante Limousine Takeri Concept mit der sparsamen SKYACTIV Technologie. Der Swift EVhybrid von Suzuki kann bis zu 30 Kilometer emissionsfrei im Elektromodus fahren, bis ein Benzinmotor den Antrieb übernimmt. Und Mitsubishi präsentiert den Mittelklasse-SUV Concept PX-MiEV II mit effizientem Hybridantrieb – er soll nur 1,7 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen.
Ein vollkommen neues Design präsentiert Toyota. Auf der Oberfläche des Konzeptfahrzeugs Fun Vii können Nachrichten und andere Infos abgebildet werden. Möglich ist dies dank einer aus Bildschirmen bestehenden Außenhaut. Per Smartphone werden die Daten an das Elektrofahrzeug übertragen und verwandeln den Toyota so in ein fahrendes Fotoalbum.
Zahlreiche Weltpremieren
Neben den Japanern sind auch die deutschen Hersteller Audi, BMW, Mercedes, Porsche und VW derzeit in Tokyo vertreten. Während Audi den A1 als Sportback und BMW den 5er mit Hybrid Antrieb als Neuheiten präsentieren, hat VW gleich zwei Weltpremieren mitgebracht.
Highlight am Stand der Wolfsburger ist das neue Cross Coupé. Mit einem ansprechenden Design sorgt das viertürige Coupé für Begeisterung bei den Besuchern. Gerade einmal 2,7 Liter auf 100 Kilometern soll die Crossover-Studie dank eines Plug-In-Hybridantrieb verbrauchen. Wann das Cross Coupé auf den Markt kommt, steht noch nicht fest.
Bereits ab nächsten Frühling ist der neue Passat Alltrack für das Gelände bereit. Der wie aus den Federn gehobene Kombi von VW kommt mit Allradantrieb (ab der 170 PS Version serienmäßig), erhöhter Bodenfreiheit und Offroad-Design. Die günstigere Variante zu den quattro Modellen von Audi.
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