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Die "Ente" ist der Oldtimer mit der größten Wertsteigerung

19.05.2012 | 08:45 Uhr
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Oldtimer werden als Geldanlage immer beliebter.

Immer mehr Gutbetuchte sehen in Oldtimern eine gute Geldanlage. Als Youngtimer kaufen, und Jahre später mit großem Gewinn weiterverkaufen. Dieses Rezept geht allerdings nicht nur bei Autos der Premiummarken Mercedes, Ferrari oder Porsche auf, sondern gerade bei "Kultautos" wie Käfer und Ente.

"Dass hochpreisige Oldies etwa von Mercedes , Ferrari oder Porsche die stärksten Wertsteigerungen erzielen, gehört zu einer Legende", berichtet Götz Knoop, Vizepräsident des Bundesverbands für Clubs klassischer Fahrzeuge (DEUVET), während eines Branchengesprächs auf der Oldtimer-Messe 'Klassikwelt Bodensee' in Friedrichshafen. Mit einem Wertzuwachs von 295 Prozent von 1999 bis 2010 liegt der Citroen CV auf Platz eins. Somit kletterte der Durchschnittspreis der 'Ente' von 2.000 Euro auf 7.900 Euro.

Auf Platz zwei in der Oldtimer-Wertsteigerungstabelle liegt der Fiat 500 F. Er legte im gleichen Zeitraum von 2.300 Euro auf 8.400 Euro zu, was eine Wertsteigerung von 265 Prozent bedeutet. Mit einer Wertzunahme um194 Prozent belegt der eher unscheinbare Frontmoter-Porsche 924 den dritten Rang.

Oldis als Kapitalanlage

Laut Knoop kann von den drei schwach motorisierten, unspektakulären Fahrzeugen - der 2CV verfügt lediglich über neun bis 29 PS, zirka einen halben Liter Hubraum und zwei Zylinder - abgeleitet werden, dass die echten Oldtimerfreaks die Nachfrage bestimmen. "Die Käufer, die sich einen Oldi als Kapitalanlage zulegen, interessierten sich nur für Modelle ab höherem fünfstelligem Bereich", bestätigt Mike Tetzlaff vom Oldtimer-Verkaufshaus E. Thiesen.

125 Jahre Auto

Inzwischen bestimmten 90 Prozent Enthusiasten und zehn Prozent Kapitalanleger die Oldtimerverkaufsszene, ergänzt der Repräsentant des älteste Oldtimer-Verkaufshaus in Deutschland. Der Trend zeige weiter in Richtung Freaks, da die hochpreisigen Modelle zunehmend rarer werden. Und auch teurer, was den Einstieg erschwert. Immer mehr Kapitalanleger bunkerten ihre Fahrzeuge über Jahre hinweg ein, dies mit der Gewissheit, dass ein Oldtimer noch nie an Wert verloren, sondern immer hinzugewonnen hat, so Tetzlaff.

Gutbetuchte interessieren sich für Youngtimer

Hinzu komme, dass finanziell Gutbetuchte sich stärker für Youngtimer interessierten, also die künftigen Oldies. Sie kauften die unter 30-Jährigen und warteten mit dem Weiterverkauf bis diese deutlich über 30 Jahre alt sind. Für Martin Halder, Vorstand des Fahrzeugkulturforums Meilenwerk, spricht für die steigende Zahl der Oldtimerfreaks auch die Fahrzeugbestandstabelle.

Mehr als 360.000 Fahrzeuge sind über 30 Jahre alt. Allein die Zahl der Personenwagen mit H-Kennzeichen hat sich Ende 2011 auf über 231.000 Oldies erhöht, was bezogen auf die letzten zehn Jahre eine Verdoppelung darstellt. Der bisherige Verlauf in 2012 bestätigt den Trend.

Bei der Anzahl der H-Nummerschildern steht der VW Käfer mit rund 26.000 Altmodellen mit großem Abstand auf Platz eins. Danach folgen mit etwa 6.800 Einheiten die Strich-Acht-Modelle von Mercedes. (mid)

Kommentare
22.05.2012
01:55
Die Lebensversicherung sollte zusätzlich abgeschlossen werden
von nothdurft | #4

denn "DIE ENTE " gehört zu den unsichersten Fahrzeugen.

20.05.2012
12:28
2 + 2 = 4 ?
von Lappschmier | #3

Mich würde mal die Systematik bei der Preisermittlung interessieren.

Die Ente wurde bis 1990 hergestellt, d.h. dass sie 1999 noch eher als Gebrauchsfahrzeug für Fahranfänger gehandelt wurde (in entsprechend hoher Anzahl und mit Wertverlust). Von diesen Autos sind bis 2010 schätzungsweise 99,9% durch Unfall, Motorschaden, Abwrackprämie, etc. nicht mehr im Bestand.
Also ist die Preissteigerung dadurch enstanden, das historisch brauchbare Enten einer sehr starken Verknappung unterliegen, während z.B. davon auszugehen ist, dass es 1999 etwa genausoviel Mercedes-Benz 300 SL gab wie 2010.

19.05.2012
19:07
Hansiwurstl | #1
von dummmberger | #2

Ist eben nichts für Warmduscher.

1 Antwort
Die
von Hansiwurstl | #2-1

ach komm...

19.05.2012
14:31
Die
von Hansiwurstl | #1

wer schonmal in einer Ente über 30 Km/h gefahren ist, hat aber gar kein Gefühl von "Kult" mehr, sondern ist froh, falls er heile wieder rausgekommen ist.

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