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Autoindustrie

Deutsche Autoindustrie baut für Golf-Staaten

20.02.2012 | 05:45 Uhr
Deutsche Autoindustrie baut für Golf-Staaten
Geld spielt im Mittleren Osten keine Rolle. Exklusive Autos wie der VW Touareg sind gefragt.

Essen.   Für die deutsche Autoindustrie interessieren sich die arabischen Golfstaaten schon lange. Sie sind wichtige Investoren für deutsche Firmen wie Daimler oder Volkswagen. Mit dem Transfer von Technologie in die Wüstenstaaten rüstet sich die Region für die Zeit nach dem Versiegen der Ölquellen. Die deutschen Konzerne bringen unterdessen Modelle auf den Markt, mit denen sie die Japaner aus der Golf-Region verdrängen wollen.

Die Zeiten, in denen die Scheichs auf dem Kamel durch die Wüste ritten, sind längst vorbei. Autos sind das zeitgemäße Fortbewegungsmittel, meist schnell und teuer. So spielt neben den Öl- und Gasvorkommen die automobile Beweglichkeit in der arabischen Golf-Region eine wichtige Rolle.

Dies hat seinen guten Grund - zunehmend stellen sich die Araber die zukunftsweisende Frage: Was kommt nach den Energieressourcen? Mit dem Transfer von Technologie in die Wüstenstaaten rüstet sich die Region für die Zeit nach dem Versiegen der Ölquellen. Schließlich gilt es, den Wohlstand des Landes auch für die kommenden Generationen zu sichern.

Neben dem Einstieg von Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) bei der Daimler AG ist auch das reiche Golf-Emirat Qatar mit 17 Prozent an der Volkswagen AG beteiligt. Emir Hamad Bin Chalifa al-Thani, der Herrscher von Qatar, betrachtete die Wirtschaftskrise als „eine Chance für uns, wie wir sie in 20 Jahren nicht mehr erleben werden.“

Der Zeitpunkt in die Volkswagen AG zu investieren, war für Qatar im Jahre 2009 strategisch gut gewählt. Als Investitionsstandort rage das europäische Land Deutschland heraus: „Die Deutschen zählen zu den fleißigsten Arbeitern der Welt, sie werden für ihre Wirtschaft kämpfen.“ Und dies hat Volkswagen in den jüngsten Vergangenheit mit Hochdruck getan , schließlich will der Konzern die Nummer 1 in der Welt werden.

Neuer VW Passat soll die Japaner verdrängen

Auf der zweiten Qatar Motor Show 2012 präsentierte Volkswagen den neuen Passat , der in der US-Version im Mittleren Osten auf den Markt kommt. Die Wolfsburger wollen frischen Wind in die volumenstarken Mittelklasse, die von Toyota und anderen japanischen Herstellern angeführt wird, bringen. Dieser könnte auch zu einem Wüstensturm werden, schließlich ist dieser Passat (Fünfzylinder-Benziner mit 170 PS) nicht nur für Privatfahrer, sondern ebenso eine Alternative zu anderen Stufenheck-Limousinen für Geschäftsleute.

„Der Passat ist ein wichtiger Bestandteil unserer Modellpolitik in der Region Middle-East, in der klassische Limousinen das Straßenbild prägen“, erklärte Ulrich Hackenberg, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen. Volkswagen sieht in der arabischen Region eine gute Chance die beliebte Business-Class erfolgreich zu beleben. Gefragte Modelle sind der Jetta, Tiguan und der Touareg – Ende 2012 wird der Beetle ausgeliefert.

Stars in Detroit

Auch Audi und Porsche legen mächtig zu

Nicht nur VW kann im arabischen Raum gut verkaufen, auch Audi ist mit einem Plus von 27 Prozent (rund 7800 Autos) ins neue Jahr gestartet. „Hier sind besonders der Q5, Q7 und A8 gefragte Modelle. Wir wollen bis 2020 unseren Absatz in der Middle-East Region mit rund 20 000 Autos verdreifachen“, erläuterte Peter Schwarzenbauer, Vertriebschef der Audi AG.

Ebenso erfolgreich ist Porsche im arabischen Markt unterwegs . „Unsere Ziele konnten wir 2011 im Nahen Osten übertreffen“, sagte Bernhard Maier, Vorstand Vertrieb und Marketing der Porsche AG. Allein in Dubai wurden über 1500 Porsche verkauft. Hier kann es nicht leistungsstark und exklusiv genug sein.

Peter Hartmann

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