DerWesten testet
Der Abwrackprämie auf den Zahn gefühlt
13.02.2009 | 17:56 Uhr 2009-02-13T17:56:00+0100
Essen. Dank der Abwrackprämie überschlagen sich die Rabattaktionen der Händler. Ein Neuwagen für unter 5.000 Euro, das klingt verlockend. Aber nicht immer sind die Preise so lukrativ, wie es scheint. René Bogdanski von DerWesten wagte den Selbst-Test und suchte vergeblich nach einem Schnäppchen.
Mein geliebter Ford Fiesta, Baujahr 1996, liegt langsam im Sterben und wird es wohl nicht mehr über den nächsten TÜV schaffen. Ein neues Auto muss her, da kommt die so genannte Umwelt- oder Abwrackprämie gerade zur rechten Zeit. Jeder kann seit dem 14. Januar vom Staat 2.500 Euro beim Kauf eines Neu- oder Jahreswagens erhalten - wenn er zugleich sein mindestens neun Jahre altes Auto verschrotten lässt.
Mit einer Auswahl an Werbeanzeigen in der Tasche gehe ich also auf Schnäppchenjagd. In Frage kommt ein Kompaktwagen bis maximal 10.000 Euro. Zur Auswahl stehen zum Beispiel: Skoda Fabia, Mitsubishi Colt, Toyota Yaris - oder ein neuer Ford Fiesta.
Der Blick in die Tageszeitung offenbart eine Vielzahl von vermeintlichen Niedrigpreisen auf dem Automarkt. Aber immer wieder warnen Experten vor geschönten Lockangeboten. Viele Händler haben ihre regulären Rabatte zurückgefahren und verkaufen die staatliche Förderung als eigenen Preisnachlass. Da ist beim Kauf Verhandlungsgeschick gefragt.
Jahreswagen? Fehlanzeige...
Von dem Gedanken, einen günstigen Jahreswagen mit der Abwrackprämie zu kombinieren, muss ich mich schnell trennen. Alle Händler, die ich im Kreis Recklinghausen und im Essener Raum aufgesucht habe, haben kein solches Fahrzeug mehr vorrätig. Überall treffe ich auf Schulterzucken und die gleiche Aussage: „Der Ansturm ist seit der Abwrackprämie unglaublich groß.“
Erste Anlaufstelle ist ein Mitsubishi-Händler in Dorsten. Ich zeige ihm ein Angebot aus Gladbeck: Der Colt für 7.490 Euro. „So ein Angebot kann ich Ihnen auch machen“, lautet die spontane Antwort des Verkäufers. Der Trick dabei ist ganz einfach: Grundlage ist das Basismodell Colt 3-T für 9.990 Euro. Zieht man davon die Abwrackprämie ab, ist man bei 7.490 Euro. Was in dem Angebot nicht enthalten ist, sind die Überführungs- und Zulassungskosten, die mit rund 700 Euro zu Buche schlagen, womit das Auto real 10.690 Euro kostet. Abzüglich der Abwrackprämie liegt der Preis bei einem Eigenanteil von 8.190 Euro.
Ihre Erfahrungen mit der Abwrackprämie
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Bedenkt man, dass die Abwrackprämie eine staatliche Förderung ist und kein Händler-Rabatt, sind Werbeanzeigen wie die des Gladbecker Autohändlers eher verwirrend. Besonders wenn man die bisher geltende Regelung bedenkt, dass es erst mit dem Liefertermin zur Auszahlung der Umweltprämie kommt. Da die meisten Kleinwagen erst bestellt werden müssen und der Käufer bis zu drei Monate auf sein Fahrzeug warten, kann es im schlimmsten Fall passieren, dass die Prämie nicht mehr in Anspruch genommen werden kann. Die Regierung berät derzeit über eine Neuregelung, bei der der Abschluss des Kaufvertrags zur Prämie berechtigt.
Zurück nach Dorsten: Der Colt bietet serienmäßig schon allerhand und liefert sowohl beim Verbrauch als auch beim CO2-Ausstoß gute Werte. Dann aber der erste echte Dämpfer: Es gibt kein Radio, nicht einmal Boxen oder eine Radiovorbereitung und die Farben, die zur Auswahl stehen sind weiß und rot. „Musik hören möchte ich in dem Auto schon und eine Klimaanlage wäre auch nicht schlecht“, mache ich geltend. Beides bietet das nächst höhere Modell, womit der Preis aber wieder jenseits von dem liegt, was ich ausgeben wollte, auch wenn der Händler durchaus offen für preisliche Verhandlungen war. Immerhin bietet Mitsubishi den zusätzlichen Service, mit 0% effektivem Jahreszins zu finanzieren, was ein ganzes Jahr kostenlosen Versicherungsschutz beinhalten würde.
Feilschen nicht vergessen
Ernüchtert suche ich die Konkurrenz auf. Ob Skoda in Essen, Ford in Dorsten oder Toyota in Marl, überall dasselbe Ergebnis: Das jeweilige Basismodell in weiß oder rot zu regulärem Listenpreis abzüglich der Abwrackprämie ist das Standardangebot. Einen echten Händler-Rabatt jenseits der Abwrackprämie sucht man vergeblich. Was auffällt ist, dass die serienmäßige Ausstattung bei den Modellen sehr unterschiedlich ausfällt. Wird die jeweilige Ausstattung auf ein gleichwertiges Niveau gebracht sind die Preisunterschiede minimal und liegen ähnlich wie beim Colt. Lediglich Ford bietet, wie Mitsubishi, einen zusätzlichen Kaufanreiz. Neben einer vierjährigen Garantie würde Ford die ersten Inspektionen im Wert von 1.000 Euro übernehmen.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es besser ist, die Prämie beim Kaufgespräch anfangs überhaupt nicht zu erwähnen und ganz klassisch um den Preis zu verhandeln. Meine Reise endete übrigens wieder da, wo sie begonnen hat: bei einem Dorstener Händler und einem Angebot, das ich einfach nicht ablehnen konnte.
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- Das Community-Profil von DerWesten-Redakteur René Bogdanski
10:46
@#15 EinAutoverkäuferausBochum
Also ich kaufe grundsätzlich kein Auto, sondern lease es nach meinem aktuellen Budget. Ich hasse es da rumzufeilschen. Ich sage dem, was ich im Auto drinhaben will und wieviel ich dafür bereit bin auszugeben. Wenn ich dann ein nein höre, gehe ich eben. Ich kann mich dann nach einer gewissen Anzahl von neins dafür entscheiden, ob ich meine Gebote für die Leasingrate hochnehme oder eine andere Fahrzeugklasse/-ausstattung wähle. Das ist m.E. Markt und keiner muss deswegen beleidigt sein. Und wenn keiner mehr die überteuerten Karren kaufen will, ist dass das Problem des Anbieters(Solange wir einen Käufermarkt haben). Ich habe kein Problem mit mangelnder Loyalität, das haben uns die knallharten kapitalistischen Regeln ausgetrieben.
19:13
Hallo Autoverkäufer aus Bochum, ich bekenne, daß ich auch zu den Rabattgeiern gehöre. Habe ich es doch tatsächlich Ende letzten Jahres, da hat noch keiner von Abwrackprämie (was für ein Wort) gesprochen, nach längeren Verhandlungen 16 %
Rabatt beim Neuwagenkauf herausgeholt. Keine Angst es ist kein Blut geflossen auch keine Tränen seitens des Verkäufers. Am Ende hatte jeder sein Erfolgserlebnis. Das Authaus ist nicht Pleite gegangen, der Verkäufer ist auch noch da. Will sagen. mein Mitgefühl für Autoverkäufer und Verkäufer im Allgemeinen hält sich in ganz engen Grenzen. Niemand wird dazu gezwungen diesen Beruf auszuüben.
Im übrigen kann ich nach einige Erkundigungen in den letzten Tagen das bestätigen was auch andere
schon bemerkt haben, plötzlich sind Neuwagen zum teil 1000 - 2000 € teurer geworden. Der Preis für mein jetziges Fahrzeug ist auf wundersame Weise um 1370€ gestiegen und das innerhalb von 3 Monaten. Jahreswagen aber auch Gebrauchte sind zur Zeit je nach Modell nur zu stark überhöhten Preisen zu bekommen.
Also wie bereits erwähnt mein Mitgefühl hält sich in sehr engen Grenzen und erst recht wenn ich an meine Geldbörse denke. Ich muss mein Geld sauer verdienen, wie manch ein anderer der Kommentartoren.
15:49
Leute, ich weiß nicht was ihr alle hier so rumnöhlt?!
Wer sich kein Auto kaufen möchte, der lässt es!
Ich habe jedenfalls mein Plus gemacht. Wollte mir eh dieses Jahr einen Neuen kaufen, dank Merkel nun etwas günstiger, weil meinen Alten hätte ich für 2500 Euro nicht mehr verkauft bekommen.
Und was die Rabatte angeht: wenn man gescheit verhandelt und beachtet, dass beide Seiten einen Gewinn machen, so kann man durchaus in eine zufriedene Stimmung kommen.
2500 Euro plus Steuerbefreiung, der Neue ist in der Versicherung und im Unterhalt günstiger - was will ich mehr?
15:28
Hallo #11 ankarge
der Preis des Polos ist schon ok. Hat der Verkäufer aber auch gesagt, daß es sich hierbei um das Auslaufmodell handelt und nicht das neue?
15:23
Die Abwrackprämie ist doch IRRE!!!
Die guten Gebrauchten werden verschrottet und die Werkstätten haben nichts mehr zu tun.
Also die Automobilhersteller retten und dafür den Werkstätten den Dolchstoß versetzen, das ist wirklich irre!!
14:45
Kommentar zu EinAutoverkäuferausBochum.
Wer seine Kunden (Geldgeber) als Geier bezeichnet muss sehr krank oder dumm sein.
Zu hart arbeiten: Hart arbeiten müssen Leute im Bergbau, Tiebau, am Hochofen, im Stahlbau, im Straßenbau, in Krankenhäusern usw.
Außerdem, hätten Sie etwas ordentliches gelernt, dann müssten Sie heute nicht mit solchen Glossen bei Ihrem Chef herumschleimen.
14:34
zu wwwrrr
Tschuldigung, habe aus Versehen auf die Tasten gdrückt!
14:32
wwwrrr
14:26
zu 22:
Zeile 2: freie Berufswahl - meine ich natürlich
und bitte die Schreibfehler zu entschuldigen...
14:14
@#15 Auch der Beruf des Autoverkäufers unterliegt den Gegebenheiten des Marktes, es gilt auch eine Berufswahl (also formal jedenfalls). Worauf ich hinaus will ist, dass der Käufer für gewöhnlich nicht die Leistung des Verkäufers sieht oder für diese bezahlen möchte. (es sei denn, sie war wirklich süß ;) -ulk-.
Wenn es sich nicht mehr lohnt oder sich kein Verkäufer mehr findet, der/die das unter den (von ihnen geschilderten) Bedingungen machen möchte, dann gibts eben keine Verkäufer...
Aus wirtschaftlichen Gründen, könnte ich mir Vorstellen ein Auto ohne Verkäufer zu erwerben - quasi aus dem Auto-maten -ganz einfach weil jeder Mensch, der in ihrem Dunstkreis der Autoindustie beteiligt ist, extra kostet und es freiwillig auch nicht weniger werden.
Dies Kundenverhalten mag moralisch, ethisch oder einfach menschlich verwerflich sein, entspricht aber dem Verhalten, dass Unternehmer üblicherweise gerne von ihren AN fordern: Unternehmerisches Denken, Kostenbewußtsein, Effizienz.
Das Ergebnis gibts bei jedem SB-Bäcker zu sehen.
Zudem - die Preispolitik der Autohändler wurde von ihnen selbst durchgeführt. Man hat die Kunden jahrelange auf Rabatte u. Verhandlungen beim Autokauf getrimmt. Jetzt sind die groß und haben das gelernt. Wenn das nicht gewollt ist, Weitsicht geht anders.
Alles eher ein Zeichen, dass der Markt etwas zu Dicht sein könnte, für die seit Jahren sehr sehr ähnlichen Autos und all die Verkäufer in unserem Lande.
Zweifellos nicht schön, aber systemimmanent.