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Fahrbericht

BMW stellt erstes M-Modell mit Dieselmotor auf die Räder

23.09.2012 | 08:45 Uhr
BMW stellt erstes M-Modell mit Dieselmotor auf die Räder
Erster dieselnder BMW mit M-Schriftzug auf der Haube ist der Fünfer mit Sechszylinder-Selbstzünder und Allradantrieb.

Essen.   Erstmals trägt bei BMW ein rasantes M-Modell einen Diesel unter der Haube. Trotz seiner Sparsamkeit ist der Dampfhammer im 550d ein teurer Spaß.

Ja, was denn nun? Ist das jetzt ein richtiger M-BMW oder tut der nur so? Mit dem M550d stellen die Bayern einen Fünfer auf die Räder, der den Spagat wagt. Er schmückt sich mit dem blau-roten Emblem der BMW-Schnellfahrabteilung, ist aber ein Diesel: Das gab es in der M-Historie bislang noch nicht. Zugleich markiert der M550d einen weiteren Schritt hin zur 100-Kilowatt-pro-Liter-Hubraum-Strategie des Münchener Autobauers.

Komfortable Reiselimousine

Von außen sieht man der fast 1,9 Tonnen schweren Limousine nicht an, dass unter ihrer Motorhaube drei Turbolader den Drei-Liter-Diesel derart aufladen, dass dieser 280 Kilowatt, also 381 PS, mobilisiert. Der permanente Allradantrieb besorgt den Rest: Er schiebt den Diesel-M in 4,7 Sekunden auf Tempo 100.

Bei 250, freiwillige Selbstbeschränkung deutscher Hersteller, ist Schluss. Macht aber nichts, denn der M550d gefällt sowieso viel besser als komfortable Reiselimousine denn als Sportwagenschreck. Nicht, dass er das nicht könnte: Selbst schnelle Lastwechsel auf engen und holprigen Sauerland-Serpentinen steckt die Limousine ohne Mucken weg und bleibt dabei immer beherrschbar. Im Sportmodus hängt der Wagen ordentlich am Gas und besorgt auch noch die entsprechende Geräuschkulisse für derlei Ausflüge, ohne schwerfällig zu wirken und vor allem: nach Diesel zu klingen.

Die eigentliche Stärke des Selbstzünders liegt aber in seiner Sparsamkeit. Steht das Kürzel 550 bei BMW eigentlich für fünf Liter große V8-Benziner mit entsprechendem Durst nach Super, begnügt sich der Diesel während unserer Testfahrten mit gut neun Litern. Das ist zwar immer noch rund drei Liter vom Normverbrauch entfernt , den BMW für den M550d ausweist, für ein Auto mit dieser Leistung aber trotzdem ordentlich.

So spart der Diesel gegenüber dem Benziner

Die Erfindung von Diesel ist gegenüber dem benzinbetriebenen Verbrennungsmotor prinzipbedingt effizienter. Beim Diesel wird weniger Kraftstoff in unnütze Abwärme verwandelt.

Außerdem steigt beim Diesel bei Kaltstart und Vollgas der Verbrauch viel schwächer an als beim Benziner. In der Praxis verbraucht ein Diesel-Auto bei gleichen Fahrleistungen über 30 Prozent weniger. Zudem ist der Diesel in Deutschland bei der Mineralölsteuer bevorteilt. Dabei enthält Diesel 12,5 Prozent mehr Energie als Benzin. Deshalb ist auch der tatsächliche Ausstoß des Klimagases CO2 bei gleichem Verbrauch in Liter pro Kilometer beim Diesel höher.

Nachteil des Diesel sind höhere Baukosten und größerer Aufwand beim Abgasentgiften.

O.K., schnelle Autobahnfahrten quittiert auch der M550d mit rund elf Litern Verbrauch, wer es aber darauf anlegt und die Acht-Gang-Automatik in den Eco-Modus zwingt, dem gelingt es auch, das Auto mit gut acht Litern auf 100 Kilometern zu bewegen. Darunter leidet allerdings die von BMW propagierte „Freude am Fahren“ deutlich. Nichtsdestotrotz: Benziner mit vergleichbarer Leistung gönnen sich gern auch mal um die 15 Liter Kraftstoff.

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    Seite 2: Einstandspreis ist mit 80.800 Euro nicht von Pappe

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Kommentare
24.09.2012
12:46
BMW stellt erstes M-Modell mit Dieselmotor auf die Räder
von captainkawa | #1

Ein Traumauto!

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