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Verkehr

"Blackbox" in allen Autos soll bei Unfall-Aufklärung helfen

27.08.2012 | 07:38 Uhr
"Blackbox" in allen Autos soll bei Unfall-Aufklärung helfen
Im Bundestag wird derzeit diskutiert, ob Autos serienmäßig mit einer "Blackbox" ausgestattet werden sollen. Foto: WAZ FotoPool

Berlin.  Werden Autos bald serienmäßig mit einer Blackbox ausgerüstet? Das Gerät könnte - ähnlich wie im Flugzeug - aufzeichnen, was in den Sekunden vor, während und nach einem Unfall passiert ist. Die Einführung soll laut einem Medienbericht schrittweise kommen. Zunächst sollen die Unfalldatenspeicher in Leihwagen eingebaut werden.

Der serienmäßige Einbau von digitalen Unfalldatenspeichern für Autos könnte nach einem Pressebericht in absehbarer Zeit vorgeschrieben werden. Wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtet, hat sich der Bundestag bereits Ende Mai auf Empfehlung des Petitionsausschusses einstimmig für die sogenannte Blackbox in Autos ausgesprochen. Durch ein solches Gerät ließe sich ähnlich wie im Flugzeug feststellen , was in den Sekunden vor, während und nach des Unfalls passiert ist.

"Für mich ist die Blackbox im Auto ein weiterer Baustein, um zu mehr Verkehrssicherheit zu kommen", sagte der Verkehrssicherheitsexperte der CDU, Gero Storjohann. Es sei nicht selbstverständlich, "dass alle Fraktionen das so sehen". Gleichwohl sei eine Einbaupflicht noch entfernt. Es müssten zunächst datenschutzrechtliche Aspekte und Kostenfragen sorgfältig geklärt werden. Die Geräte würden dem Bericht zufolge mehrere hundert Euro kosten.

Im EU-Parlament gibt es bereits derartige Pläne

Für eine verbindliche Ausrüstung aller Autos wäre laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat, der das Verkehrsministerium berät, die EU zuständig, wie die Zeitung weiter berichtete. Demnach gibt es in Brüssel bereits derartige Pläne. Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments habe die Kommission schon vor geraumer Zeit aufgefordert, einen Vorschlag mit einem Zeitplan und einem detaillierten Zulassungsverfahren bis Ende 2012 vorzulegen, der die schrittweise Einführung der "Blackbox" zunächst in Leihfahrzeugen, später auch in gewerblich genutzten und in privaten Fahrzeugen vorsieht.

Foto: ddp

Eine von der Europäischen Kommission vor zwei Jahren in Auftrag gegebene Studie hat außerdem gezeigt, dass bei einer Blackbox-Pflicht die Unfallzahlen um zehn Prozent gesenkt werden könnten, heißt es in der Online-Version des Zeitungsberichts. Experten rechnen demnach dann mit einer weniger riskanten Fahrweise. (afp)



Kommentare
28.08.2012
12:11
@ gambler1 & otto99:
von MeinLieberScholli | #17

Also soweit ich informiert bin, muss man sich nicht in dieses Gerät einloggen. Also können die gefahrenen Strecken und Geschwindigkeiten nicht mit einer Person verknüpft werden.

Es gibt bei uns in D keine Fahrzeughalterhaftung (oder wie das auch immer heißen mag). Soll heißen, das bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung nicht der Fahrzeughalter haftbar gemacht wird, sondern der Fahrer (deshalb die Passbildautomaten am Straßenrand).

Eine Geldschnüffelmaschiene ist sicher auch nicht eingebaut, die Alarm schlägt, sobald sich mehr als 10.000€ im Fahrzeug befinden. Selbst wenn, müsste die BB ebenso die Anzahl der Personen im KFZ feststellen. Oder sind neuerdings alle Besucher der Schweiz automatisch Steuersünder?

Welche technischen Finessen das Gerät beinhaltet und wie lange es aufzeichnet, wird schnell festzustellen sein. Dafür gibt es Aktivisten wie den CCC.

Warum die Smartphones Kontrollieren? Evtl. um festzustellen, ob Telefoniert wurde? Ist das vllt. möglich?

1 Antwort
ergänzung
von MeinLieberScholli | #17-1

Zu den Sozialen Netzweken: Das Sie selber bestimmen, was Sie preisgeben, gehört eher in die Kategorie Wunschdenken.

Meinetwegen könnte auch ein GPS und sogar ein GPRS Modul eingebaut sein. Das könnte in Zukunft perfekt zur Verkehrssteuerung genutzt werden. Verstopfte Straßen könnte man mit dieser Technik vermeiden bzw. verringern. Im Moment schicken die Navis die Fahrzeuge bei Stau alle auf die gleiche Umleitung wodurch ein neuer Stau vorprogrammiert ist. Dafür werden aktuell wirklich interessante Studien betrieben (Schwarmverhalten usw.).

Außerdem könnte man damit dem Fahrzeugdiebstahl effektiv entgegenwirken (vorausgesetzt, die Dinger sind nicht so einfach zu entfernen wie ein Autoradio).

Ich weiss echt nicht, was Sie für Probleme haben. Die Polizei will bestimmt nicht wissen, wie oft Sie in den Puff fahren. Es geht hier (noch) um Unfall-Rekonstuktion und nicht um Überwachung.

Am besten im Keller einsperren. dort sind sie vor anderen Blicken geschützt.

28.08.2012
09:33
@ MeinLieberScholli | #14
von gambler1 | #16

Wie ich schon weiter unten geschrieben habe:

Wer gibt die Sicherheit, das dieses Gerät wirklich nur die letzten Sekunde aufzeichnet?
Und nicht z.B.die letzte Stunde !?
Dann kann man selbstverständlich mit entsprechendem Kartenmateriall und Software z.B. die erlaubte und gefahrene Geschwindigkeit vergleichen!

Wer gibt die Sicherheit, das KEIN GPS implantiert ist?

Wer gibt die Sicherheit,das es NICHT in Zukunft bei einer Kontrolle heißt:
""Papiere und den UDS*-Zugang bitte"""

Außerdem:
.... warum sollte die Polizei nach einem Unfall mein Handy (oder Smartphone) kontrollieren?
....bei Sozialen Netzwerken bestimmt immer noch der Nutzer, WAS er preisgibt!


* UDS = Unfall-Daten-Speicher

28.08.2012
07:27
Datenschutz
von Otto99 | #15

#4 MeinLieberScholli

Es geht nicht nur um die Geschwindigkeitsüberwachung, sondern um die Aufzeichnung des Wegeprofils, und das geht den Staat nichts an, oder wollen sie demnächst die Steuerfahndung zu Hause haben, nur weil Sie zufällig dreimal in der Schweiz waren.

27.08.2012
20:32
Datenschutz? Überwachung?
von MeinLieberScholli | #14

Ich wette, fast jeder der hier wegen Datenschutz meckert ist bei FB angemeldet, besitzt ein Smartphone, nutzt HotSpots oder surft ungeschützt im Netz umher.

Bereits jetzt werden schon Smartphones bei Unfällen ausgewertet.
Also hat jeder bereits eine Blackbox in der Tasche.

Hab ich irgendetwas überlesen, oder ist da am Ende karkein GPRS Modul zur Übertragung nach außen eingebaut?
Also is das völliger Blödsin, wenn hier von "Überwachung" die Rede ist.
Oder wird man gezwungen, die Box nach der Fahrt ans Internet anzuschließen?

Wenn alleine schon der psychologische Aspekt die Leute dazu bringt langsamer (bzw. an die Verkehrsregeln angepasst) zu fahren, würde es vollkommen ausreichen, den Autos einen Schuhkarton einzubauen.

Datenschutz. Das ich nicht lache.
Was ist denn an der Fahrzeuggeschwindigkeit (auf öffentlichen Straßen) eine schützenswerte Information?
Dann aber bitte auch nicht blinken. Geht schließlich niemanden was an, wohin ich abbiegen möchte.

1 Antwort
FULL ACK [++]
von Dr.Eisen | #14-1

Den Text würde ich unterschreiben!

27.08.2012
16:22
Überwachungsstaat soll weiter ausgebaut werden! Orwell lässt grüßen!
von isis-lovely | #13

Unter dem Deckmantel der Unfallaufklärung sollen Millionen Autofahrer Milliarden in Systeme stecken, die in erster Linie nur einen Zweck haben: Totale Überwachung durch den EU-Moloch. Nicht die Unfallaufklärung steht im Vordergrund, sondern die totale Überwachung ist angesagt. Wer die Märchen aus Brüssel glaubt (es werden nur wenige Sekunden aufgezeichnet), glaubt auch, dass die immensen Kosten für die Autofahrer der Sicherheit dienen und nicht die Taschen von Lobbyisten, Abgeordeneten und Unternehmen füllen sollen. Die EU und ihre Politiker (oder sollte man sagen Herrscher) haben nur ein Ziel, die totale Kontrolle über ihre Bürger. Die EU will den Bürgern alles vorschreiben. Was er isst, trinkt, verbraucht - alles muss dem Willen der Bürokraten und ihren Auftraggebern entsprechen, ob sinnvoll oder nicht (siehe Biosprit).

27.08.2012
12:59
Einstimmig?
von Otto99 | #12

Einstimmig? Alle Grünen und auch Frau Leutheusser-Schnarrenberger? Wie viele waren denn da?

27.08.2012
12:46
#10 freiwillig darf herne jeder so ein Gerät einbauen,
von meigustu | #11

nur der Zwang ist nicht in Ordnung. In Kombination mit dem GPS Ortung das die EU demnächst vorschreibt ist die Box sehr gut zur Überwachung geeignet. Und ob die Daten gelöscht oder nicht ist kaum kontrollierbar. Und wird mit Sicherheit auch eingefordert werden, weil es ist ja so praktisch wo schon geeignete Geräte im Auto eingebaut sind.

27.08.2012
11:24
Recht haben...
von joergel | #10

...und Recht bekommen, sind in Deutschland oft zweierlei. Wenn ein Unfall vor Gericht kommt sind die Fakten meist nicht eindeutig, Unfallbeteiligte lügen was das Zeug hält, Zeugenaussagen widersprechen sich nicht selten. Da spielt vor allem die Qualität der Rechtsanwälte eine entscheidende Rolle. Das Urteil des Richters ist daher oft Glücksache. Die nächste Instanz kann bei gleicher Faktenlage zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. So sieht doch die Rechtsprechung bei Verkehrsunfällen aus...

Da ist die Möglichkeit unwiderlegbare Fakten in das jeweilige Verfahren einzubringen von ganz entscheidender Bedeutung. Es kann auch nicht gegen den Datenschutz verstoßen, wenn diese Daten jeweils nach wenigen Sekunden wieder überschrieben werden und somit immer nur der letzte Vorgang zur Auswertung zur Verfügung steht.

Auch die Kosten werden sich bei entsprechender Massenherstellung in Grenzen halten. Also kann der Einbau dieser Geräte für jeden Autofahrer eigentlich nur von Vorteil sein...

27.08.2012
11:13
Auch eine versteckte Verkehrsüberwachung ...
von Partik | #9

... durch die Boxen, beträfe nur die Raser usw.

Da scheinen ja manche mächtig Angst zu bekommen, dass ihre Radarwarner nutzlos werden könnten :-)

27.08.2012
09:36
Total
von carbid | #8

Sie kommt - die totale Kontrolle der Menschen.
Nicht nur im Straßenverkehr.
Und sie wird GeStaPo und StaSi noch übertreffen.

Am Ende der Entwicklung wird auch jedem Menschen ein Chip implantiert, damit immer ausgelesen werden kann, was er gerade gemacht und gedacht hat.

Wie konnte die Menschheit nur jahrhundertelang ohne diese Dinge leben...?

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