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„Bitte nicht bei Vollgas am Lautstärkeregler fummeln“

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Rein damit und schon fährt sich’s entspannt? So einfach ist es mit Musik im Auto nicht, sagen Experten.Foto: Thinkstock

Gerade der Anspruch und die Qualität dieser Musik verhindere ihre Eignung: „Diese Musik hat eine große Breite im Dynamiklevel. Das gibt es beim Pop so nicht. Da kann es etwa sein, dass es plötzlich sehr leise wird. Stellen Sie sich mal vor, der Fahrer möchte ein Pianissimo unbedingt hören und fummelt bei Vollgas am Lautstärkeregler“, sagt Helga de la Motte-Haber.

Sie ist kein Fan von schlichter Popmusik, sieht in ihr aber den unkomplizierteren Beifahrer. Der zuverlässige Rhythmus, die Schlichtheit zögen weniger Konzentration ab. Die balsamische Wirkung der Klassik auf ein hitziges Temperament sei auch am Steuer fraglich. „Nimm Mozart und schon ist der Mensch entspannt“, das sei auf keinen Fall seriös. Vorlieben des Fahrers, soziales Umfeld, Charakter und Naturell – alles Faktoren, die in die Gleichung gehörten.

„Die reine Hintergrundmusik hat überhaupt keine Wirkung“

90 Prozent aller deutschen Autofahrer hören während des Fahrens Musik. Aber hören sie sie auch? „Die reine Hintergrundmusik hat überhaupt keine Wirkung“, sagt de la Motte-Haber, das hätten Versuche in der Arbeitswelt belegt, extreme Arten aber wirken auf Fahrer: „Sehr harte, sehr laute Musik kann die Risikobereitschaft erhöhen.“ „Ich komm’ noch um die Kurve“, denke der Fahrer, sagt die Forscherin und beklagt, dass die Hersteller von Auto-Stereoanlagen in diesem Punkt nicht sehr zugänglich seien. In ein Plädoyer für sanfte Klassiksätze mündet ihre Erkenntnis aber nicht: „Man fährt ja mal auch langweilige Strecken, da nimmt man schlimmstenfalls beim Adagio den Fuß ganz vom Gas.“

Der neue Bußgeldkatalog

Selbst die von ihr erforschte positive Wirkung der Musik auf die Reaktionszeit des Fahrers, schränkt Helga de la Motte-Haber ein. Ja, diese berühmte Zehntelsekunde könne bei Tempo 100 durchaus zwei bis drei Meter ausmachen. „Aber das hat hat nur bei Vordersicht funktioniert. Was an den Rändern passiert, wird langsamer wahrgenommen als ohne Musik.“

Lars von der Gönna

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Kommentare
06.08.2012
08:24
Lautstärke ist uninteressant, wichtig ist der Klang.
von GegenRealitatsverweigerer2.0 | #16

Ich höre gerne und viel Musik im Auto, dass ich deshalb anders fahre glaube ich nicht. Ich schlafe nachts nicht ein beim Fahren, das ist sicher...
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http://www.derwesten.de/auto/was-musik-beim-autofahren-anrichten-kann-id6945021.html
2012-08-03 17:58
Musik,Hintergrundmusik,Auto
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