„Bitte nicht bei Vollgas am Lautstärkeregler fummeln“
2012-08-05T15:32:00+0200
Gerade der Anspruch und die Qualität dieser Musik verhindere ihre Eignung: „Diese Musik hat eine große Breite im Dynamiklevel. Das gibt es beim Pop so nicht. Da kann es etwa sein, dass es plötzlich sehr leise wird. Stellen Sie sich mal vor, der Fahrer möchte ein Pianissimo unbedingt hören und fummelt bei Vollgas am Lautstärkeregler“, sagt Helga de la Motte-Haber.
Sie ist kein Fan von schlichter Popmusik, sieht in ihr aber den unkomplizierteren Beifahrer. Der zuverlässige Rhythmus, die Schlichtheit zögen weniger Konzentration ab. Die balsamische Wirkung der Klassik auf ein hitziges Temperament sei auch am Steuer fraglich. „Nimm Mozart und schon ist der Mensch entspannt“, das sei auf keinen Fall seriös. Vorlieben des Fahrers, soziales Umfeld, Charakter und Naturell – alles Faktoren, die in die Gleichung gehörten.
„Die reine Hintergrundmusik hat überhaupt keine Wirkung“
90 Prozent aller deutschen Autofahrer hören während des Fahrens Musik. Aber hören sie sie auch? „Die reine Hintergrundmusik hat überhaupt keine Wirkung“, sagt de la Motte-Haber, das hätten Versuche in der Arbeitswelt belegt, extreme Arten aber wirken auf Fahrer: „Sehr harte, sehr laute Musik kann die Risikobereitschaft erhöhen.“ „Ich komm’ noch um die Kurve“, denke der Fahrer, sagt die Forscherin und beklagt, dass die Hersteller von Auto-Stereoanlagen in diesem Punkt nicht sehr zugänglich seien. In ein Plädoyer für sanfte Klassiksätze mündet ihre Erkenntnis aber nicht: „Man fährt ja mal auch langweilige Strecken, da nimmt man schlimmstenfalls beim Adagio den Fuß ganz vom Gas.“
Selbst die von ihr erforschte positive Wirkung der Musik auf die Reaktionszeit des Fahrers, schränkt Helga de la Motte-Haber ein. Ja, diese berühmte Zehntelsekunde könne bei Tempo 100 durchaus zwei bis drei Meter ausmachen. „Aber das hat hat nur bei Vordersicht funktioniert. Was an den Rändern passiert, wird langsamer wahrgenommen als ohne Musik.“
-
Seite 1: Was Musik beim Autofahren anrichten kann -
Seite 2: „Bitte nicht bei Vollgas am Lautstärkeregler fummeln“
| 1 | 2 |
|
08:24
Ich höre gerne und viel Musik im Auto, dass ich deshalb anders fahre glaube ich nicht. Ich schlafe nachts nicht ein beim Fahren, das ist sicher vorteilhaft.
Aber laut muss sie nicht sein, nur ab und an. Dann stellt man das aber so ein, dass man es nur selber gut hört und sich nicht das Trommelfell wegbläst.
Wichtig ist, dass der Klang im Auto gut ist, draußen was zu hören wäre pure Verschwendung. Auch sollte das auto nicht klappern wie bei den typisch schlecht getunten 3er BMWs. Weniger laut, dafür klare tiefe Bässe, das hört sich viel viel genialer an. Nur davon guckt halt keiner hinterher - deshalb halt nix für Proleten der richtug gute Klang.
07:02
Nicht gerade das am brennendsten interessierende Thema - aber trotzdem schön geschrieben... :))
00:30
Und was soll das jetzt heißen. Wenn ich künftig Jordi Savall auf CD im Wagen höre, und mir fährt einer rein, habe ich Streß mit der Versicherung?
Gruß
22:53
vor allen Dingen die Anlagen im Auto, die dem Fahrer so 100dB um die Ohren hauen.
Sehr schön ist es auch wenn die besagten Fahrzeuge nachts und bei offenen Fenstern an der roten Ampel stehen.
Auch hören diese Fahrer bestimmt die Martinshörner der Einsatzfahrzeuge.
Herr Ramsauer sollte sich mal darüber Gedanken machen.
22:31
Was wir nötig brauchen: Wagner für übermüdete LKW-Fahrer, damit sie nicht einschlafen. Wer mit Mozarts kleiner Nachtmusik erwischt wird muss mit einer Anklage wegen versuchten Totschlags rechen.
Wer überhaupt kein Radio hat kommt aus Polen und hat womöglich auf der Rückfahrt ganz viele...also gebraucht gekauft zum Beispiel...
21:57
Das beste an dieser "Nachricht" sind die Kommentare die Sie hervorruft.
20:32
Und Frauen können besser (nicht gleich!) einparken als Männer!
Ich persönlich finde die englische Studie "Brote fallen immer auf die Butterseite" noch am besten...
Interessant an dieser Studie wäre es, auf die andere Seite des Brotes eine Katze zu binden. Diese fallen ja bekanntermaßen auch immer auf ihren Pfoten.
Womit die Frage aufkommt: Wer ist mächtiger? Die Katze oder die Butter?...;-)
20:15
Sommerloch ...
18:27
Macht es einen Unterschied, ob ich bei Vollgas die Lautstärke des Autoradios reguliere, die Klimanlage kälter oder die Heizung wärmer stelle, den Scheibenwischer bediene etc?
Steuert Frau de la Motte-Haber dafür jeweils den nächsten Parkplatz an?
18:26
Hut ab! Ein solchen Mist habe ich tatsächlich ewig nicht mehr hier gelesen. Wenn dieser Blödsinn denn überhaupt noch zu toppen ist...
„Nimm Mozart und schon ist der Mensch entspannt“ - dem möchte ich ihm Kern nicht wiedersprechen -Klassik höre ich auch derweil- aber ich persönlich kann auch bei Motörhead entspannen. Bei anderen Metal-Bands sogar noch mehr.
Wenn ich das dagegen z.b. den Kommerz-Mist aus dem Radio hören müßte, wäre ich wohl auch eine Gefahr im Straßenverkehr. Da geht mir nämlich der Hut hoch..;-)
Manmanmanman, wat für´n Artikel.