Bierbiken nur noch mit Genehmigung

Typische Vatertagstour mit dem Bierbike, hier in Hagen.
Typische Vatertagstour mit dem Bierbike, hier in Hagen.
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Die Leipziger Bundesverwaltungsrichter betätigen sich als Spaßbremsen. Nach ihrem Urteil dürfen die „Bierbike“ genannten Fahr-Gestelle mit angeschlossener Zapfanlage nur noch mit behördlicher Genehmigung die Straßen unsicher machen. Lebensnahe Begründung: Weil die „Ortsveränderung“ nicht der Sinn der Sache sei.

Sogenannte Bierbikes dürfen nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts ohne Genehmigung nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren, berichtet die Nachrichtenagentur dapd. Die Party-Fahrzeuge erfüllen nach dem Urteil der Leipziger Richter nicht den straßenrechtlichen Gemeingebrauch (Az: BVerwG 3 B 8.12).

Für Justizverhältnisse erstaunlich lebensnah urteilten die Richter: Hauptzweck der Bierbikes sei es, Partys, Feiern oder ähnliche Veranstaltungen auf der Straße durchzuführen, nicht aber eine Ortsveränderung zum Personentransport. Insgesamt liege somit eine erlaubnispflichtige Sondernutzung der Straße vor. Weniger lebensnah das Urteil: Die Benutzung eines solchen Fahrzeugs sei mit Kutschfahrten oder Ähnlichem nicht vergleichbar.

Die oft über fünf Meter langen Fahr-Gestelle für bis zu 16 Personen, die sich gegenübersitzend in die Pedale treten, sind zumeist mit einer Bierzapf- und Soundanlage ausgestattet. Ein Fahrer lenkt und bremst die langsame Fuhre. Dank der Genehmigungspflicht können Städte die Bier-Fahrten verbieten oder Auflagen aussprechen. Etwa, bestimmte Hauptstraßen nicht zu benutzen. Oder keine Ballermann-Hits zu spielen. Und nur alkoholfreies Bier auszuschenken. Das wäre sicher das endgültige Ende des Bierbikes.