Autoreifen - Das passiert nach der Entsorgung

Essen. Den Wechsel auf Winterreifen haben viele Autofahrer gerade hinter sich. Millionen alte, abgefahrene Autoreifen sind dabei entsorgt und gegen neue ausgetauscht worden. Aber was passiert eigentlich mit alten Autoreifen?

Viele alte Autoreifen werden geschreddert und zu Granulat oder Gummimehl verarbeitet. Als Granulat können die ehemaligen Sommer- oder Winterreifen sogar eine zweite Verwendung im Straßenverkehr finden: Als Zusatz im Asphalt vermindern sie die Rollgeräusche der Fahrzeuge.

Für ausgediente Sommer- und Winterreifen sind in Deutschland verschiedene weitere Entsorgungsmethoden erlaubt - eine jedoch nicht: Die Autoreifen dürfen seit 2003 nicht mehr einfach auf der Deponie entsorgt werden. Ein Grund ist, dass die Reifen sperrig sind und daher viel Platz beanspruchen. Laut der Gesellschaft für Altgummi-Verwertungs-Systeme (GAVS) fallen nach einem Bericht von "Spiegel Online" jährlich 600.000 Tonnen an Altreifen an - da wären die Kapazitätsgrenzen der Deponien schnell erreicht. Zudem besteht bei Deponiebränden die Gefahr, dass gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt werden, wenn die entsorgten Autoreifen Feuer fangen.

In vielen Fällen werden alte Autoreifen jedoch gezielt verbrannt und als Energieträger in der Industrie genutzt. Das ist immer dann der Fall, wenn es nicht mehr möglich ist, sie zu schreddern. Umweltverbände sehen diese Praxis jedoch kritisch.

Sind die alten Autoreifen abgefahren, gibt es aber auch noch eine Möglichkeit, sie weiter am Fahrzeug zu nutzen. Wenn das Grundgerüst noch in Ordnung ist, können Sie das Gummi abtragen und erneuern lassen - so lässt sich möglicherweise gegenüber dem Kauf eines neuen Satzes Sommer- oder Winterreifen einiges an Geld sparen.