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Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko

04.02.2009 | 09:45 Uhr
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko

Berlin. Die Prämie lockt: Wer sich derzeit ein neues Auto anschafft und sein altes verschrotten lässt, bekommt 2500 Euro. Allerdings gibt es einiges zu beachten, wenn man die staatliche Finanzspritze nutzen will.

Die Prämie lockt: Wer sich derzeit ein neues Auto anschafft und sein altes verschrotten lässt, bekommt 2500 Euro. Zwar weiß noch niemand, wie viele Bürger sich schon auf den verlockenden Deal «Kohle für Schrott» eingelassen haben, aber landauf landab melden die Autohäuser reges Interesse. «Ich habe noch nie so viele fröhliche Gesichter gesehen wie jetzt», konstatierte Helmut Blümer vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe nach einer Tagung von Autohändlern.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellt 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Einer Umfrage zufolge interessieren sich 1,2 Millionen Autobesitzer für die Prämie, deren Ausschüttung nach der Reihenfolge der Antragseingänge erfolgt, bis die Gesamtsumme ausgeschöpft ist. «Allerdings gibt es einiges zu beachten, wenn man die staatliche Finanzspritze nutzen will», sagt Bernd Ruschinzik von der Verbraucherzentrale Berlin. Sonst verheddere man sich rasch im Gestrüpp von Vorschriften und Formalien.

Fahrzeug sollte Anfang 2000 erstmalig zugelassen worden sein

Die oberste Maxime des Hilfsprogramms ist hinlänglich bekannt: Wer kassieren will, muss einen umweltfreundlichen Neuwagen (Abgas-Norm Euro 4 oder höher) erwerben und diesen noch bis 31. Dezember 2009 zulassen. Die Erstzulassung des Altfahrzeugs muss vor der Verschrottung mindestens neun Jahre zurückliegen. Wessen Altfahrzeug nicht spätestens in den ersten Wochen des Jahres 2000 erstmalig zugelassen wurde, sollte davon ausgehen, dass er wahrscheinlich nicht in den Genuss der Prämie kommt, da er mit der Verschrottung warten muss, bis das Fahrzeug neun Jahre alt ist.

Weiterhin muss das Fahrzeug mindestens ein Jahr auf eine Privatperson zugelassen sein. «Altfahrzeughalter und die Person, auf die der Neu- oder Jahreswagen zugelassen wird, müssen identisch sein. Dies ist besonders zu beachten, wenn Kinder die Altfahrzeuge ihrer Eltern fahren», gibt Ruschinzik zu bedenken. Und alles muss sich in Deutschland abgespielt haben; bei auch nur teilweiser Auslandszulassung werde es zu Schwierigkeiten kommen.

Bestätigung über Schredderung notwendig

Kompliziert wird es auch, wenn der Neue ein preisgünstiger Jahreswagen sein soll. Hier kann der Käufer kein beliebiges Fahrzeug wählen, sondern es darf - zurückgerechnet vom Zeitpunkt der Zulassung auf den Antragsteller - längstens ein Jahr einmalig auf einen Kfz-Hersteller, dessen Vertriebsorganisationen oder dessen Werksangehörigen, einen Kfz-Händler, eine herstellereigene Autobank, ein Autovermietungsunternehmen oder eine Autoleasinggesellschaft zugelassen gewesen sein. Ein weiterer Fallstrick: Es reicht nicht aus, den Verwertungsnachweis eines anerkannten Demontagebetriebs gemäß Altfahrzeugverordnung vorzulegen. Zusätzlich ist eine Bestätigung über die Schredderung zu erbringen.

Aus dem Topf von 1,5 Milliarden Euro müssen auch die amtlichen Abwicklungskosten bezahlt werden. Ist der Topf erschöpft, gibt es keine Prämie mehr. Und da schwant Ruschinzik Arges: «Ob es vorher eine Art Warnung gibt, steht in den Sternen.»

Diese Gefahr besteht zwar nach Angaben des BAFA für «die kommenden Wochen» nicht. Daraus folgt aber: Wer nicht innerhalb der nächsten Wochen sein altes Auto verschrotten lässt und ein neues erwirbt, muss damit rechnen, dass sich der Preis des Neufahrzeugs schlagartig um 2500 Euro erhöht. «Es wird das Risiko des Käufers bleiben, ob er überhaupt in den Genuss der Prämie kommt», legt Ruschinzik den Finger in die Wunde. Dies ist besonders für Kreditkäufer wichtig. «Ist der Kaufpreis auf Kante finanziert, sollte sich der Käufer vorher unbedingt schriftlich ein Rücktrittsrecht für den Fall der Nichtzahlung der Prämie einräumen lassen», empfiehlt Ruschinzik Neuwagen-Interessenten.

Abwrackprämie erst am Ende des Verhandlungsgesprächs erwähnen

Einen taktischen Hinweis für den Neuwagenkauf hält Bettina Dittrich, Juristin der Verbraucherzentrale Sachsen, parat. Zunächst sollte man über einen Rabatt für den Neuwagen reden und versuchen, die übliche Höhe zu vereinbaren. «Erst wenn man sich über den Preis einig geworden ist, sollte der Verkäufer darauf angesprochen werden, den Antrag für die Abwrackprämie zu stellen», rät Dittrich. Der Kaufpreis werde dann um den Betrag von 2500 Euro reduziert.

Zumindest theoretisch. «Es mag sein, dass der Autohändler im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrages für den Käufer den Antrag stellt», gibt Ruschinzik zu bedenken: «Wenn im Kaufvertrag aber der volle Preis festgehalten wird, bleibt das Risiko der Prämienauszahlung beim Kunden.»

Formalitäten zur Beantragung der Abwrackprämie

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hält auf seiner Internetseite ein Formular zur Beantragung der Abwrackprämie zum Download bereit.

Dem Antrag beigefügt werden müssen:

  • Verschrottungsnachweis und
  • Abmeldebestätigung des Altfahrzeugs sowie
  • Zulassungsbescheinigung und
  • Rechnungskopie oder Leasingvertrag für das neue Fahrzeug.

Einfacher geht es, wenn man die Formalitäten dem Händler überträgt, rät der TÜV Süd in München. Der reduziere den Kaufpreis um 2500 Euro und streiche die Prämie später selbst ein. (ddp)

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Kommentare
05.02.2009
16:13
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von Kerchak | #12

Also ich habe meinen 14 Jahre alten Mondeo verschrottet und mir einen Nagelneuen Panda für eff. 6600 Euro geleistet. Also Ich Profitiere, der Handler, der Schrotthändler und sicher auch die Natur.
UND WIR ALLE BEZAHLEN DAS :-)

05.02.2009
10:34
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von EnglFireball | #11

wenn man 15.000Euro für 4 % 2 Jahre anlegt sind das pro Jahr 600Euro Zinsen also 1200 Euro, wenn das alte Auto noch 1000 Euro wert ist. Sind wir bei 2200 Euro.

Würde in dem Fall einen Gewinn von 300 Euro machen.

Dazu kommt, gestern in einem Bericht gesehen das Autohändeler weniger Händler Rabatt geben weil viele Autos verkauft werden. Und sich so einen Teil der Umweltprämie einsackten.

Das heißt unter dem Strich geht der Autokäufer mit 0 Gewinn raus

Wo es sich lohnen könnte wenn der Wagen nur noch Schrottwert hat und man sich für 6000 Euro einen Kleinstwagen nimmt.

Dazu kommt noch das viele Menschen weder 15.000 noch 6000 Euro zur freien Verfügung haben.

05.02.2009
10:31
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von KlausLu | #10

Das hat der schlaue Glos gemacht, der kann auch Polizisten ungestraft über die Füsse fahren mit seinem gepanzerten 3 tonnen Geschoss.

Weg mit diesen Geiern.

04.02.2009
22:48
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von dasKollektiv | #9

naja, Hauptsache die Prämie wird mit 19% versteuert!

04.02.2009
18:29
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von Abzocke | #8

Nachtrag:
Der Preis war jetzt angegeben mit 15000 Euro.
Dann stand da minus 2500 Euro Abwrackprämie und minus 600 oder 700 Euro Vorführwagen.
Rechnen kann jeder selbst..

04.02.2009
18:20
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von Abzocke | #7

Sehr witzig das ganze,

war heute beim Seat-Händler, der auch Skoda vertreibt. Der Preis für das unterste Skoda-Modell wurde um 6000 Euro angehoben. Ich schaute ungläubig zwischen den verschiedenen Modellen hin und her und sofort kamen 2 gewitzte Möchtegernbetrüger aus dem Geschäft und versuchten mich gegenüber einem ältern Ehepaar abzudrängen ( ich hatte nämlich schon einmal Fragen gestellt, und die hatten mich erkannt ).
Ich fragte nach dem Grund der Preiserhöhung und sie sagten mir das hätte mit der Klimaanlage zu tun, eben ein anderes Modell.
Ich möchte jetzt nicht ausschweifen, aber als ich genervt von denen ging, schauten beide glücklich in Richtung des älteren Ehepaares und hatten Euro-Zeichen in den Augen.

04.02.2009
18:08
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von supply | #6

Wartet wenn es daran geht die X Milliarden wieder zurück zu zahlen...einen trost haben wir zumindest, unsere Rentenkasse kann für dieses Unterfangen nicht mehr geplündert werden, hat der Dicke schon anfang der 90ger gemacht, zum Wohle der Bonzen!

04.02.2009
14:48
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von Schrottpolitik | #5

Es dürfte wohl bekannt sein, dass die Verschrotter vorher (!!!) die Schrottkisten ausschlachten (Motor, Ersatzteile, etc.) und sich somit eine Goldene Nase verdienen !!! Ansonsten ist der Betrügerei TÜR und TOR geöffnet - wahrscheinlich gewollt, oder weshalb interessieren sich die GW-Händler plötzlich für alte Schrottautos ???

04.02.2009
14:09
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von Nervenverloren | #4

Ein weiterer Fallstrick: Es reicht nicht aus, den Verwertungsnachweis eines anerkannten Demontagebetriebs gemäß Altfahrzeugverordnung vorzulegen. Zusätzlich ist eine Bestätigung über die Schredderung zu erbringen.
Wer schreibt so einen Blödsinn?
Auf der BAFA-Seite steht klar unter Nachweise: Verwertungsnachweis nach § 15 der Zulassungsverordnung, der durch den Betreiber eines anerkannten Demontagebetriebs gemäß Altfahrzeugverordnung ausgestellt wurde.
D.H, der Demontagebetrieb kann auch erst mal die noch zu verwertenden Teile ausbauen.
Das geht nicht mal eben von heute auf morgen.
Besser lesen ist von Vorteil!

04.02.2009
14:00
Autokauf per Abwrackprämie nicht ohne Risiko
von spacedrummer | #3

Mein (reduziertes) Mitleid gilt denen, die bereits ihren alten verschrottet und bereits einen neuen gekauft haben.
Viel Spaß mit dem neuen und - - -
seht mal zu, wie ihr an Eure 2500 € Abwrackprämie kommt !?
...ich lach mich tot...!

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