Haftbefehl gegen Porsche-Präsident Müller in Indien
17.01.2013 | 10:14 Uhr 2013-01-17T10:14:47+0100Stuttgart. Ein indisches Gericht hat Haftbefehle gegen Porsche-Präsident und CEO Matthias Müller sowie acht weitere Manager des Unternehmens erlassen. Grund dafür sei ein Rechtsstreit mit dem Fahrzeugimporteur Precision Cars, der die Vorwürfe des Betrugs und der Erpressung beinhaltet.
Der indische Fahrzeugimporteur Precision Cars war langjähriger Vertriebspartner von Porsche auf dem Subkontinent, als der deutsche Autohersteller plötzlich die Zusammenarbeit beendete. Angeblich ohne vorherige Ankündigung wechselte der Sportwagenbauer im März 2012 den Vertriebspartner. Precision Cars fühlte sich betrogen und reichte Klage ein. Denn der Fahrzeugimporteur investierte große Summen unter anderem in Ausstellungsräume. Den entstandenen Schaden beziffert das Unternehmen aus Indien auf 25 Millionen Dollar.
Precision Cars wolle fair behandelt werden, teilte der Unternehmenschef der Nachrichtenagentur dpa mit. Da man sich mit Porsche nicht über Entschädigungszahlungen einig werden konnte, reichte der Fahrzeugimporteur Klage ein. Neben den Anschuldigungen des Betrugs und der Erpressung finden sich auch die Tatbestände des Vertragsbruchs und der Verschwörung in der Anklageschrift wieder. Die Haftbefehle wurden dann im November 2012 ausgestellt, die Dokumente liegen den Anwälten von Porsche vor. Diese nehmen sich der Sache nun an. Eventuell könnte das indische Außenministerium ein Auslieferungsersuchen der belasteten Personen an Deutschland schicken.