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Audi forscht an noch mehr Assistenzsystemen

29.12.2011 | 05:45 Uhr
Audi forscht an noch mehr Assistenzsystemen
Auch Audi forscht, um Autofahrern mit immer neuen Assistenzsystemen die Arbeit am Lenkrad zu erleichtern und das Fahren sicherer zu machen. Foto: ddp

Ingolstadt.   Wenn es nach Audi geht, können Autofahrer bald ganz entspannt im Fahrzeug Platz nehmen. Das Ingolstädter Unternehmen bastelt an einer ganzen Reihe von Assistenzsystemen, die die Arbeit am Lenkrad erleichtern und sicherer machen sollen. Wenn gewünscht, fährt das Auto auch selbstständig in die Garage.

Weniger Stress am Steuer und weniger Unfallgefahren: Wenn es nach Audi geht, bestimmen Fahrzeuge mit intelligenter Technik die Mobilität von morgen. Mit selbstständig fahrenden und komplett mit der Umwelt vernetzten Autos soll der Fahrer - wenn er es will - zunehmend entlastet und in heiklen Situationen unterstützt werden. Was heute schon machbar ist und morgen möglich sein soll, hat der Hersteller auf einer Präsentation in Ingolstadt gezeigt.

Die Palette reicht von Systemen, die den Wagen selbstständig in die Garage lenken bis hin zu Helfern, die schon weit vor einer Kreuzung vor querendem Verkehr warnen. Schon heute gehören bei vielen Fahrzeugen Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme zum Zubehörangebot.

Mal halten Kameras und Computer das Fahrzeug in der Spur, mal erfasst Radartechnik drohende Unfallsituationen und versucht sie zu vermeiden oder zumindest die Autoinsassen optimal zu schützen. Bei Audi heißen die entsprechenden Systeme Lane Assist sowie Pre Sense Plus, und im Zusammenwirken sollen sie künftig dafür sorgen, dass beispielsweise das nervige Dahinzuckeln im Stau in Zukunft weitaus entspannter verlaufen kann.

Verkehrssituation wird genau analysiert

Das Auto meistert den Stop-and-Go-Verkehr nämlich von allein. Ohne Hände am Steuer und ohne Kontakt zu Gas- und Bremspedal folgt der Wagen automatisch dem Vordermann. Das gelingt bis zu Tempo 60 und bei Kurven bis zu 100 Grad. Nach einer bestimmten Zeit wird der Fahrer allerdings aufgefordert, mit einer kurzfristigen Übernahme der Lenkung zu bestätigen, dass er gesund und munter ist. Wird neben den beiden Systemen auch noch ein Laserscanner installiert, dann gelingt eine noch differenziertere Analyse der Verkehrssituation. So soll das Auto registrieren, was in der Umgebung passiert. Verhindert eine Leitplanke ein Ausweichen zur Seite? Stehen zu viele andere Wagen im Weg, um eine Fluchtmöglichkeit vor einem Stauende zu haben? In diesem Fall sollen die Passagiere künftig wesentlich früher als bisher gewarnt und der Geschwindigkeitsabbau wesentlich stärker eingeleitet werden.

Frühzeitiges Bremsen würde vor allem in Städten helfen, Unfälle mit querendem Verkehr oder Fußgängern zu vermeiden . Deshalb arbeitet Audi an "Pre Sense City". Entscheidendes Bauteil dabei ist ein sogenannter PMD (Photonic Mixer Device oder Photomischdetektor), ein optischer Sensorchip. Über die Reflexion von Infrarotlicht kann der Sensor Entfernungen besonders schnell errechnen. Erkennt das auch nachts arbeitende System auf einer Distanz von bis zu 20 Metern bewegte oder stehende Verkehrsteilnehmer, die sich nicht mehr entfernen können, bis man mit seinem Wagen an der Stelle angekommen ist, dann wird das Fahrzeug um bis zu 30 Stundenkilometer abgebremst.

Wie von Zauberhand gesteuert

Bei ersten Testfahrten auf einem Versuchsgelände gelingt das ebenso beeindruckend wie die Warnung vor Verkehr an einer nicht einsehbaren Kreuzung. Zwei Radarsensoren und eine Kamera verhelfen dem Fahrer quasi zu zusätzlichen Augen. Verkehrsschilder werden ausgewertet, ein leicht versetzt fahrender Radler oder Fußgängerverkehr erkannt und das sich von rechts oder links nähernde Auto im Bildschirm angezeigt. Wenn man jetzt dennoch in die Kreuzung einfahren will, dann leuchtet in Bruchteilen von Sekunden ein warnender roter Balken vor der Windschutzscheibe auf. Beim rückwärts Ausparken ohne Sicht auf den Gehweg oder die Straße funktioniert das System ähnlich.

Beim Aussteigen einen Rad- oder Motorradfahrer zu übersehen, kann zu schweren Unfällen führen. Um dieses Risiko zu reduzieren, wollen die Ingolstädter künftig alle Türen mit einer optischen und akustischen Warnung ausstatten. Sobald ein Türgriff von innen betätigt wird, prüfen die Radarsensoren des Totwinkelassistenten (Side Assist), ob sich etwas von hinten nähert, und lösen gegebenenfalls Alarm aus.

Wirklich futuristisch ist die Aussicht, dass der Wagen nach einem Knopfdruck auf der Fernbedienung selbstständig in die Garage rollt - ohne dass der Fahrer noch im Fahrzeug sitzt. Die Sensoren des Audi-Versuchsträgers erkennen, wie breit und lang die Garage ist, welches Tempo angemessen ist und ob etwas im Weg steht. Steht das Fahrzeug dann richtig, schließen sich die Fenster, der Motor geht aus und der Wagen wird verriegelt.

Wird das Auto wieder benötigt, startet das System den Motor, legt den Rückwärtsgang ein und lässt das Fahrzeug wie von Zauberhand gesteuert wieder aus der Garage rollen. (dapd)

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