Alkoholverbot für Gefahrgut-Lkw soll nun doch bleiben
19.07.2012 | 14:35 Uhr 2012-07-19T14:35:08+0200
Essen. Das Bundesverkehrsministerium will doch nicht das Alkoholverbot für Fahrer von Gefahrgut-Lkw kippen. Ein entsprechender Satz in einem Gesetzentwurf sei missverständlich gewesen, sagte ein Ministeriumssprecher. Tatsächlich sollen die Regeln sogar strenger werden.
Ein schräg geratener Satz in einem Gesetzentwurf sorgt für Aufregung gesorgt: Will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) das totale Alkoholverbot für Fahrer von Gefahrguttransporten kippen und durch die 0,5 Promille-Grenze ersetzen?, fragte sich die Republik – und reagierte entsetzt.
„Absurd“ fand der Chef der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, den vermeintlichen Plan. „Völlig unverständlich, abwegig“, nannte auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses Anton Hofreiter (Grüne) den Vorgang. Derzeit werde doch über eine Ausweitung des Alkoholverbots geredet, nicht über das Gegenteil, sagte Hofreiter.
EU-weit werden die Regeln für den Gefahrguttransport überarbeitet.
Was die Verkehrsexperten irritiert hatte: Im Entwurf der 7.Verordnung zur Änderung gefahrgutrechtlicher Verordnungen heißt es tatsächlich, die Worte im geltenden Recht, das ein totales Trinkverbot vorsieht, sollten durch „Getränke bis 0,245 mg/l AAK oder 0,49 Promille BAK“ ersetzt werden. Wobei AAK und BAK jeweils für Atem- und Blutalkoholgehalt steht.
EU-weit werden im kommenden Jahr die Regeln für den Gefahrguttransport überarbeitet. Zahlreiche Einzelheiten werden auch im deutschen Recht verändert. Aber so?
Gesetzessprache, schwere Sprache. „Es liegt ein Missverständnis vor“, sagte am Nachmittag ein Sprecher des Ministeriums, „die 0,0-Grenze bleibt unberührt“. Lediglich der Bereich ab 0,5 Promille solle aus dem Bereich des Gefahrgutrechtes herausgenommen und der normalen Straßenverkehrs-Ordnung unterstellt werden, „um eine schärfere Ahndung möglich zu machen“. Künftig soll nämlich nicht mehr möglich sein, was heute noch möglich ist: Dass angetrunkene Gefahrgut-Fahrer nicht mit Punkten der Flensburger Sünderkartei belegt werden. Auch eine interessante Information.
Schwere Unfälle mit Gefahrgut-Transportern
Die Gefahrgut-Regeln waren nach schweren Unfällen in den 70er und 80erJahren eingeführt worden. So raste im Juli 1987 ein Tanklastzug ungebremst in eine Eisdiele in der Innenstadt von Herborn. Sechs Menschen kamen um, 38 wurden verletzt, 12 Häuser brannten aus.
GdP-Chef Witthaut erinnert auch an die Katastrophe auf dem spanischen Campingplatz Los Alfaques, die 1978 217 Menschen das Leben kostete. Offenbar dank der strengen Vorschriften ist die Zahl der Unfälle mit gefährlichen Stoffen in den letzten Jahren zurückgegangen.
00:50
Mich wuerde interessieren, was die beiden Ungluecke von Herborn und Tarragona mit der Diskussion ueber Promillegrenzen bei ADR - Transporten zu tun haben.
Bei Herborn lagen ueberhitzte Bremsen sowie eine nicht ausgereifte EPS vor und in Tarragona platzte der Tank des Sattelzuges.
In Ihrem Bericht hoert es sich so an, als wenn der Fahrer in Herborn angetrunken war und der duemmliche Kommentar des Herrn Witthaut klingt auch nicht viel besser.
Das haben beide Ungluecksfahrer nicht verdient!!!!!!!
Oefter mal vorher bei Wikipedia nachschauen........
20:41
Zu recht.
Aber es ist ja noch schlimmer!
„Alkoholverbot für Gefahrgut-Lkw soll nun doch bleiben“
besagt die Überschrift, die mich entsprechend irritierte, da ich (gottlob) noch keinen alkoholisierten Lkw gesehen habe.
Im Text wird denn auch vom Alkoholverbot für Fahrer gesprochen.
16:06
0,0 Promille für alle die am Steuer eines Fahrzeuges sitzen. Wer Geld zum trinken hat hat auch Geld für Bus,Bahn oder Taxi ansonsten bitte laufen.
15:52
"...sorgt für Aufregung gesorgt:"
Hilfe! Liest denn keiner mehr gegen?
14:52
0,0 Promille sollte für alle Berufskraftfahrer gelten. Meinetwegen kann man den Pizzaboten noch aussen vor lassen, aber Taxi- , Bus- oder LKW Fahrer sollten immer 0,0 haben müssen.
0,0 Promille sollte für alle motorisierten Teilnehmer im Straßenverkehr gelten.
wenn schon ,dann für alle. Auch der Pizzabote kann einen über den Haufen fahren.