Alkohol und Autofahren - Pillen und Apps nicht vertrauen 

Wenn das Alkohol-Atemmessgerät der Polizei 0.00 anzeigt, hat der autofahrende Karnevalist alles richtig gemacht.
Wenn das Alkohol-Atemmessgerät der Polizei 0.00 anzeigt, hat der autofahrende Karnevalist alles richtig gemacht.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Pillen sollen Alkohol schneller abbauen. Und Online-Alkoholtestrechner sollen verraten, wie hoch der Promillewert ist. Alles Quatsch, warnen Experten.

München.. An Karneval kommt man nur schwer an Alkohol vorbei. Doch wer ausgelassen feiert und trinkt, sollte bekanntlich nicht mehr ins Auto steigen. Der ADAC warnt anlässlich von Karneval vor Medikamenten, die versprechen, den Promille-Abbau zu beschleunigen. Keines dieser Medikamente wirkt und nutzt etwas, sagt Oliver Peschel, Arzt am Institut für Rechtsmedizin in München. "Je nach Medikament können Substanzen enthalten sein, die zu unerwünschten Nebenwirkungen führen."

Der Körper lässt sich nicht austricksen und baut pro Stunde nur etwa 0,1 Promille ab, heißt es in der Mitteilung des ADAC. Daran ändert sich auch nichts, wenn Narren schlafen, schwitzen, Kaffee trinken oder duschen. "Wer also bis ein Uhr nachts trinkt, sollte unter Umständen um sechs Uhr nicht schon wieder mit dem Auto zur Arbeit fahren", sagt Ulrich Chiellino vom ADAC. Restalkohol werde unterschätzt.

Restalkohol Ab 0,3 Promille drohen bereits Strafen

Online-Promillerechner und Apps sollen angeblich dabei helfen, den Promillewert im Körper zu berechnen. Die Nutzer sollen unter anderem das Gewicht, das Geschlecht, die Trinkdauer und die Trinkmenge angeben. Doch diese Rechner sind nicht zuverlässig, betont Peschel. "Der Blutalkoholspiegel hängt nicht nur von der Trinkgeschwindigkeit, Gewicht und Körpergröße ab. Auch Ess- und Trinkgewohnheiten spielen da mit rein. So etwas können diese Rechner gar nicht berücksichtigen."

Ab 0,3 Promille drohen bereits Strafen, wenn der Fahrer beispielsweise in einen Unfall verwickelt wird oder durch unsichere Fahrweise auffällt. Und für Fahranfänger in der Probezeit gilt eine strikte Null-Promillegrenze. (dpa)