ADAC wettert gegen „unsoziale“ Umweltzone Ruhrgebiet
29.12.2011 | 07:09 Uhr 2011-12-29T07:09:00+0100
Essen. Kurz vor dem Start reißt die Kritik an einer großen Umweltzone im Ruhrgebiet nicht ab. Die meisten Firmen klagen über die Verschärfung der Umweltregeln. Auch der ADAC geißelt die Umweltzone als unwirtschaftlich und höchst unsozial. Sie treffe vor allem arme Menschen, die auf ältere Autos angewiesen seien.
Wenige Tage vor Einführung einer großen zusammenhängenden Umweltzone im Ruhrgebiet üben Handwerksbetriebe, Unternehmen und der ADAC heftige Kritik. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittleres Ruhrgebiet rechnet mit „erheblichen Auswirkungen“.
Die IHK hatte 200 verkehrsträchtige Unternehmen in der Region befragt. Ergebnis: 80 Prozent sind unzufrieden mit der Verschärfung der Umwelt-Regeln. Sie müssten große Teile ihrer Fahrzeugflotten spätestens ab 2014 vorzeitig erneuern, wenn nur noch Fahrzeuge mit grünen Plaketten in die Zone einfahren dürfen. 1900 Fahrzeuge sollen betroffen sein.
Der ADAC steht flächendeckenden Fahrverboten grundsätzlich kritisch gegenüber und hält auch die Umweltzone Ruhrgebiet für unwirtschaftlich und höchst unsozial. Sie treffe kleinere und mittlere Betriebe ebenso sowie besonders einkommensschwache Menschen, denn diese seien in der Regel diejenigen, die ältere Autos fahren. ADAC-Sprecher Peter Meintz: „Man trägt die Probleme der Umwelt auf dem Rücken der kleinen Leute aus. Das hat einen negativen sozialen Beigeschmack.“
Hohe Belastung durch Stickstoffdioxid
Josef Hovenjürgen, CDU-Fraktionsvize im NRW-Landtag, sagt: „Die Dimension des Eingriffes ist zu groß, um damit die nicht nachgewiesenen positiven Auswirkungen einer Umweltzone Ruhrgebiet zu rechtfertigen.“
Laut Landesregierung haben sich die bisherigen Umweltzonen in 17 Städten an Rhein und Ruhr bewährt. Dennoch stellten besonders die Belastungen durch Stickstoffdioxid immer noch ein großes Problem dar. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) verweist auf „alarmierende Studienergebnisse, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Belastungen durch Feinstaub/Stickstoffdioxid, der Wohnortnähe zu einer vielbefahrenen Straße und der allgemeinen Sterblichkeit sowie der Todesursache durch Herz-/Kreislauferkrankungen zeigen.“
Die neue Regelung tritt ab 1. Januar in Kraft. Sie umfasst weite Teile der Region zwischen Duisburg und Unna. Autofahrer müssen damit rechnen, dass die Polizei und Ordnungsämter verstärkt die Umweltplaketten überprüfen.
20:32
ADAC ADAC.... die meckern nur, wenn es bereits ZU spät ist.... wie immer. Also es gibt bessere und billigere Autoclubs.
12:54
Umweltzonen sind eh nur Kosmetik
Aber die Lobby der Autofirmen ist so hoch, dass sie es sich immer noch leistet keine umweltschonenden Autos zu bauen.
Da werden auf der IAA lieber die schönen Spritschleudern gezeigt.
Warum die "armen" großen Firmen schröpfen, wenn man den Bürgern noch Geld abnehmen kann? Und für dumm werden sie auch noch verkauft! Wer hat denn diese sogenannten sauberen Dieselfahrzeuge verkauft? Jetzt hocken die Menschen mit den teuren Rußteilen da.
Wie gut, dass sich die Manager von Mercedes, Ford, VW u. s. w. neue Autos leisten können. Natürlich die guten, Verbrauch?
Vielleicht sollte man da ansetzen?
10:48
Umweltzonen schon nicht die Umwelt, das Gegenteil ist der Fall - aber Vorgaben der EU werden in Deutschland ja umgesetzt, egal wie idiotisch die sind.
22:30
und warum unterliegen die Kanäle,Flüsse, Bahnstrecken und Autobahnen NICHT der Umweltzone ?
Es ist ein Treppenwitz sondergleichen, das in Essen auf der A40 alles langfahren darf was qualmt und stinkt und 20 Meter neben der Autobahn gilt die Umweltzone. In den meisten Städten in Ruhrgebiet sieht es nicht anders aus!
Warum muss also jemand der auf einer Straße fährt die neben einer Autobahn verläuft eine Umweltplakette haben und derjenige auf der Autobahn NICHT ?
Die paar PKWs die noch keine, rote oder gelbe Plakette haben konnten 24 Stunden jeden Tag durch NRW fahren und KEINE Messstations würde davon etwas mitbekommen! Zumal Benziner eh fast keine Ruß produzieren.
@von Otti2 | #22
vollste Zustimmung !
es geht sogar noch weiter :
"Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft versteht man darunter Partikel mit weniger als 10 Mikrometern Durchmesser (das entspricht ungefähr dem Zehntel der Dicke eines menschlichen Haares). Obwohl es wissenschaftliche Belege gibt, dass mit Abnahme der Partikelgröße deren Gefährlichkeit steigt, differenziert der EU-Grenzwert hier nicht weiter, was die Partikelgröße angeht. Besonders großes Gefährdungspotenzial scheinen die sogenannten ultrafeinen Partikel zu besitzen: Teilchen mit einem Durchmesser kleiner als 0,1 Mikrometer. Laut Prof. Dr. Joachim Heyder vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) besitzen diese ultrafeinen Partikel ein "völlig neue Qualität". Es gibt Hinweise, dass sie über die Lunge sogar in den Blutkreislauf und die inneren Organe gelangen könnten."
Quelle :
http://www.stern.de/wissen/natur/luftbelastung-feinstaub-in-aller-munde-538663.html
http://www.stern.de/wissen/mensch/ungenuegende-grenzwerte-auch-wenig-feinstaub-ist-gefaehrlich-551871.html
und genau dagegen bewirken Umweltzonenn nichts, weil dieser Feinststaub NICHT erfasst wird.
Wenn man den Nahverkehr ENDLICH ausbauen würde, würde NRW nicht jedes Jahr einen Staurekord nach dem anderen hinlegen ! Das würde der Umwelt um welten mehr bringen als dieser Umweltzonen Wahnsinn !
22:29
und warum unterliegen die Kanäle,Flüsse, Bahnstrecken und Autobahnen NICHT der Umweltzone ?
Es ist ein Treppenwitz sondergleichen, das in Essen auf der A40 alles langfahren darf was qualmt und stinkt und 20 Meter neben der Autobahn gilt die Umweltzone. In den meisten Städten in Ruhrgebiet sieht es nicht anders aus!
Warum muss also jemand der auf einer Straße fährt die neben einer Autobahn verläuft eine Umweltplakette haben und derjenige auf der Autobahn NICHT ?
Die paar PKWs die noch keine, rote oder gelbe Plakette haben konnten 24 Stunden jeden Tag durch NRW fahren und KEINE Messstations würde davon etwas mitbekommen! Zumal Benziner eh fast keine Ruß produzieren.
@von Otti2 | #22
vollste Zustimmung !
es geht sogar noch weiter :
"Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft versteht man darunter Partikel mit weniger als 10 Mikrometern Durchmesser (das entspricht ungefähr dem Zehntel der Dicke eines menschlichen Haares). Obwohl es wissenschaftliche Belege gibt, dass mit Abnahme der Partikelgröße deren Gefährlichkeit steigt, differenziert der EU-Grenzwert hier nicht weiter, was die Partikelgröße angeht. Besonders großes Gefährdungspotenzial scheinen die sogenannten ultrafeinen Partikel zu besitzen: Teilchen mit einem Durchmesser kleiner als 0,1 Mikrometer. Laut Prof. Dr. Joachim Heyder vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) besitzen diese ultrafeinen Partikel ein "völlig neue Qualität". Es gibt Hinweise, dass sie über die Lunge sogar in den Blutkreislauf und die inneren Organe gelangen könnten."
Quelle :
http://www.stern.de/wissen/natur/luftbelastung-feinstaub-in-aller-munde-538663.html
http://www.stern.de/wissen/mensch/ungenuegende-grenzwerte-auch-wenig-feinstaub-ist-gefaehrlich-551871.html
und genau dagegen bewirken Umweltzonenn nichts, weil dieser Feinststaub NICHT erfasst wird.
Wenn man den Nahverkehr ENDLICH ausbauen würde, würde NRW nicht jedes Jahr einen Staurekord nach dem anderen hinlegen ! Das würde der Umwelt um welten mehr bringen als dieser Umweltzonen Wahnsinn !
23:13
"Sie treffe vor allem arme Menschen, die auf ältere Autos angewiesen seien."
...komisch bei Nichtrauchergesetz denkt keiner an die kleine Leute und deren Eckkneipen...aber die Lobby-wie der ADAC- beiStromtarif- , Umweltzonennachlässe da schon.. diese ganze Umweltretungsgetöse muss soweiso der kleine Mann bezahlen,wann sagt das mal einer..KEINER, weils die Wahrheit ist.
22:45
Ich gebe auf, gegen die Umweltzonen zu schreiben, weil weder der WAZ Konzern noch die Verwaltungen oder die Politiker auch nur irgendein Argument hören wollen, dass auch nur entfernt einen Bezug zur Realität hat.
12:52
Die Umweltzonen werden niemals dazu führen dass EU-Grenzwerte eingehalten werden können, im Gegenteil.
Dieselmotoren der Euroklasse 0-2 (keine und rote Plakette) emittieren nach HBEFA3.1 0,05-0,08g/km NO2 (Stickstoffdioxid). Die neueren Klassen Euro3-4 (gelb und grün) emittieren 0,26g/km. Also mehr als das 3-fache.
Der alte Diesel rußt zwar sichtbar mehr als Fahrzeuge mit Filter, der lungengängige Feinstaub steckt jedoch im unsichtbaren Abgas.
Es gibt doch mittlwerweile Beweise genug das UWZ kein Mittel zur Einhaltung der Grenzwerte sind.
Siehe Berliner, Feinstaubüberschreitungen:
Frankfurterallee:
2007: 29 Tage
2008: 24 Tage (Einführung der UWZ)
2009: 39 Tage
2010: 54 Tage (nur grüne Plaketten)
2011: 47 Tage
Neukölln:
2007: 29 Tage
2008: 21 Tage
2009: 33 Tage
2010: 49 Tage
2011: 54 Tage
Auch bei NO2 hat sich praktisch nichts verbessert. Alle Grenzwerte werden auch dort überschritten.
Die Politik entscheidet sich angetrieben von grünen Stimmungsmachern (NABU, BUND) trotzdem für diesen Irrsinn.
Mann müsste eine Sammelklage wegen Unverhältnismäßigkeit anstrengen.
11:33
auch ich finde die Erweiterung der Umweltzone gut. Wir wohnen in einer "verkehrsberuhigten 30 Zone mit sogar Verengungseinbauten", leider gibt das Navi diese Strasse aber auch als Abkürzungsstrecke zwischen zwei Autobahnen an. Aus diesem Grund fahren hier ständig LKW`s auch ausländischer Herkunft. Sagte ich fahren? Brettern auch mitten in der Nacht.
Eine bitte auf Einschränkung auf 7,5 t wurde von der Stadt abgelehnt. Nun ist diese Umweltzonenerweiterung unsere Hoffnung.
10:56
Der ADAC spricht von "arme Menschen, die auf ältere Autos angewiesen seien".
Arme Menschen sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, weil sie sich Führerschein, Benzin, Steuern, Versicherung und Instandhaltung, kurz: ein Auto nicht leisten können - und eine ADAC-Mitgliedschaft ebenso nicht. Von daher glaube ich, dass der ADAC hier die Armen vorschiebt, um das Argument für eine ganz andere Gruppe zu platzieren, nämlich die, um die sich die IHK ebenfalls sorgt.
Leider musste ich feststellen, dass sich der ADAC immer weiter von seiner ursprünglich zugedachten Aufgabe entfernt, die in der Pannenhilfe sowie der Beratung der Clubmitglieder besteht. Dafür bezahle ich ihn, nicht aber für Lobbying über meinen Kopf hinweg. Das gleiche gilt übrigens auch für die IHK. Erst werde ich genötigt, eine IHK-Steuer zu bezahlen. Und dann behaupten die noch, mich zu vertreten.
Der Begriff "arme" Menschen" ist ein sehr weiter Begriff.
Auf ganz arme trifft dieses Problem wohl nicht zu, da sie kein Auto haben.
Betroffen sind aber wieder einmal die, die am unteren Rand der Lohnskala leben. Wer Geringverdiener ist und dazu noch Familie hat, kann sich nicht eben mal ein neus Auto leisten. Viele sind aber darauf angewiesen. Es wird berufliche Flexibilität verlangt, da kann man nicht eben mal auf den ÖPNV umsteigen.