Vampire mögen Erdbeerkuchen

Laura Roge (l.) spielt Dakaria, Marta Martin ist Silvania.
Laura Roge (l.) spielt Dakaria, Marta Martin ist Silvania.
Foto: Hartmann
Was wir bereits wissen
Die Kinderredaktion hat die Vampirschwestern bei den Dreharbeiten zum dritten Film besucht. Dakaria muss zwischendurch für die Schule lernen.

Die Wände der Halle bröckeln, die Fenster sind eingeschlagen, das Gras steht meterhoch. Sieht so etwa ein Ort aus, an dem ein Kinofilm gedreht wird? Klar, wenn es sich um eine Gruselgeschichte handelt! Die Kinderredaktion hat die Vampirschwestern besucht. Der dritte Teil der Reihe wird gerade in Nordrhein-Westfalen gedreht.

In den alten Gemäuern in Schwalmtal herrscht Hektik. Überall liegen Kabel, jemand ruft: „Ruhe jetzt! Wir drehen!“ Am Ende der Halle steht ein Thron, an der Decke hängt ein Kronleuchter. Typisch für Vampire: In einer Vase stehen verwelkte Blumen. Die brennenden Fackeln an den Wänden sorgen für unheimliche Stimmung. Genauso muss es sein. Schließlich sollen sich die Zuschauer ein bisschen fürchten...

Hausaufgaben in der Pause

Jetzt heißt es: „Kamera läuft!“ „Na, wen haben wir denn da?“, ruft Schauspieler Alexander Schubert in seiner Rolle als Urio. Er zerrt den Vampirjäger (Michael Kessler) und Vampirschwester Silvania (Marta Martin) aus einer alten Holztruhe. Mehrere Kameras filmen die Szene, damit es am Ende eine große Auswahl an Bildern gibt. Die Tontechniker beobachten alles auf ihren Bildschirmen. Noch sieht das, was hier passiert, eher aus wie ein Theaterstück. Noch gibt es keine Musik, keine Schnitte, keine Spezialeffekte. Das kommt erst später.

Und wie fühlt sich so ein Drehtag für die Vampir-Mädchen an? „Langsam bin ich daran gewöhnt. Es ist ja schon der dritte Film. Früher habe ich mir beim Lernen der Texte viel mehr Stress gemacht“, erzählt die 16-jährige Marta. Während sie in der Halle vor der Kamera steht, hat Vampirschwester Dakaria (Laura Roge) Pause.

Sie sitzt in dem Wohnwagen, den sie sich mit ihrer Filmschwester teilt. Entspannen kann sich Laura aber nicht. Sie lernt für Biologie. Die 17-jährige Schauspielerin geht ja noch zur Schule: „Nächstes Jahr möchte ich das Abitur machen. Und danach vielleicht ins Ausland.“

Draußen sitzen Kameramänner, Masken- und Kostümbildner und andere Schauspieler in der Sonne. Ein Mädchen sieht von hinten genauso aus wie Laura. Als es sich umdreht, erkennt man: Das ist nicht Laura, sondern ihr „Double“ - ihr Ersatz. Lina ist 18 Jahre alt und übernimmt alle Szenen, in denen man Laura von hinten sieht. Denn wer unter 18 Jahre alt ist, darf nur nur wenige Stunden am Tag drehen.

Fünf Mal die gleiche Jacke

Anisha Koebners wacht in einem anderen Wohnwagen über die Kostüme. Dakarias rot-schwarze Jacke hängt hier gleich fünf Mal. Könnte ja sein, dass sie schmutzig wird oder kaputt geht. Und dann braucht Dakaria sofort eine neue Jacke. Die Kostümbildnerin weiß übrigens, welche Farben Vampire lieben: „Rot, Schwarz und Lila sind immer sehr gut!“

So ein Drehtag ist lang. Acht Stunden dauert er für die Vampirschwestern. Mal müssen sie rumsitzen, mal wird es stressig. Ab und zu gibt es aber auch eine süße Überraschung: Nach dem Schminken bekommt Marta ein Stück Erdbeertorte. Sowas mögen auch Vampire.