Orang-Utan-Baby Rieke geht auf große Fahrt

Orang-Utan-Baby Rieke trinkt an einer Flasche. Rieke zieht um in die Monkey World im englischen Dorset.
Orang-Utan-Baby Rieke trinkt an einer Flasche. Rieke zieht um in die Monkey World im englischen Dorset.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Das Affenmädchen wurde von seiner Mutter verstoßen. Nun soll es in einer anderen Affenherde aufwachsen.

Die Tierfreunde in der Hauptstadt Berlin sind traurig: Sie müssen Abschied nehmen von Rieke: Der Umzugstermin für das heiß geliebte Orang-Utan-Baby aus dem Berliner Zoo steht fest.Bald geht Rieke gemeinsam mit einem Tierpfleger und einem Tierarzt auf eine große Reise. Nach England, in die Stadt Dorset, wo es die Monkey World gibt. Das ist ein Affenrettungszentrum.

Die Menschen füttern

Übersetzt heißt Monkey World „Affenwelt“. In dem großen Tierpark leben mehr als 250 Menschenaffen. Dabei hat man versucht, es den Affen so einzurichten, als seien sie in ihrer Heimat. Die Menschen versorgen sie allerdings mit Futter und kümmern sich um kranke oder verletzte Tiere.

In der Monkey World leben vor allem Affen, denen es in ihrem Leben nicht gut gegangen ist. Sie haben ihre Eltern verloren oder wurden von ihrer Sippe misshandelt oder ausgestoßen. So etwas gibt es auch bei Menschenaffen.

Riekes Mama Djasinga hatte ihr Junges nach der Geburt nicht angenommen. Nun soll Rieke mit Artgenossen aufwachsen - unter anderem mit dem fünf Monate alten Orang-Utan Bulu Mata. Ob sie sich verstehen?

Artgenossen zum Spielen

„Wir freuen uns, dass Rieke in Monkey World nicht nur ein neues Zuhause unter Artgenossen, sondern auch einen Spielkameraden in ihrem Alter bekommt“, sagte Tierpfleger Christian Aust. „Vermissen werden wir sie natürlich trotzdem.“ Die Zoomitarbeiter hatten Rieke mit der Flasche aufgezogen und sich Tag und Nacht um sie gekümmert. Seit der Geburt am 12. Januar hat der kleine Orang-Utan schon mehr als 800 Gramm zugenommen und wiegt nun 2600 Gramm.

Einige Tage werden die beiden Mitreisenden Riekes Eingewöhnung in Dorset begleiten.

In dieser Woche reist zudem ein Kollege aus dem englischen Affenrettungszentrum an, um Rieke kennenzulernen. Er schreibt Gewicht, Größe und Verhaltensweisen auf. Dann können die Experten in England die passenden Affenpflegeeltern für Rieke herausfinden.

Verstoßene Affenbabys können in der freien Natur normalerweise nicht überleben. Im Zoo ziehen Pfleger sie groß. Sie werden wie Menschenbabys mit Windeln und Fläschchen versorgt. Aber es ist immer besser, wenn Affenjunge mit ihren Artgenossen groß werden.