Niemand soll vergessen, was damals in Auschwitz geschah

Das ist der Eingang des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz.
Das ist der Eingang des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Auschwitz ist ein Ort in Polen. Hier stand ein Lager der Nationalsozialisten. Viele Menschen wurden dort getötet. Im Januar 1945 kamen die Befreier.

Auschwitz ist ein Ort in unserem Nachbarland Polen. Auf Polnisch heißt er Oświęcim. Vor langer Zeit war Auschwitz ein Ort, an dem grausame Dinge passiert sind. Hier stand ein Lager der Nationalsozialisten. Sie hatten in den Jahren 1933 bis 1945 die Macht in Deutschland. Das Lager in Auschwitz war ein sogenanntes Konzentrationslager. Dort wurden sehr viele Menschen gefangengehalten und getötet.

Heute wissen Menschen auf der ganzen Welt, was damals in Auschwitz passiert ist. Kinder und Jugendliche sprechen zum Beispiel im Schulunterricht darüber. Viele Schulklassen machen Klassenfahrten nach Polen und besuchen Oświęcim.

Besucher in der Gedenkstätte

Im Jahr 1945 wurde das Lager Auschwitz von ausländischen Soldaten befreit. Das war genau am 27. Januar – also vor 70 Jahren. Heute ist der Ort in unserem Nachbarland Polen eine Gedenkstätte. Niemand soll vergessen, welche Verbrechen dort begangen wurden.

Jedes Jahr kommen viele Besucher zu der Gedenkstätte. Sie erfahren, dass die Nationalsozialisten in dem riesigen Lager viele Juden einsperren und umbringen ließen. Diese hassten sie besonders. Aber auch viele andere Menschen kamen in das Lager, gegen die die Nationalsozialisten etwas hatten.

Aus ganz Europa wurden Menschen mit Zügen dorthin gebracht. Die Gefangenen durften von ihren eigenen Sachen nichts behalten. Familien wurden getrennt. Sie mussten in Holzbaracken schlafen und hatten nur wenig zu essen. Es gab auch keine Heizung oder warme Kleidung. Dabei war es im Winter bitterkalt.

Viele Juden wanderten aus

Die meisten Häftlinge waren immer hungrig, müde und erschöpft. Trotzdem mussten sie schwer arbeiten und wurden schlecht behandelt. Erst nach der Befreiung erfuhr die ganze Welt, was in dem Lager im Zweiten Weltkrieg geschehen war.

Die Überlebenden brauchten viele Jahre, um mit ihren Erinnerungen leben zu können. Viele Juden wanderten in andere Länder aus, zum Beispiel nach Amerika oder nach Israel.

Manche von ihnen kommen aber auch immer wieder nach Auschwitz zurück. Dann erzählen sie von dem, was passiert ist und von ihren Erlebnissen. Denn keiner will, dass sich so etwas Schlimmes je wiederholt.

Zwei Überlebende sind zum Beispiel Margot Friedländer und Eva Erben.

Margot Friedländer ist 93 Jahre alt. Sie lebte als Kind mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Ralph in Berlin, als die Nationalsozialisten die Familie verhaften wollten. Durch einen Zufall kam Margot aber davon. Sie blieb danach in Berlin. Kurz vor dem Ende des Krieges kam sie in ein Lager, aber nicht nach Auschwitz. Sie überlebte und zog nach New York. Seit einigen Jahren wohnt sie wieder in Berlin und erzählt vielen Schülern von früher.

Eva Erben ist 84 Jahre alt. Als Kind war sie im KZ Auschwitz. Kurz bevor das Lager am 27. Januar 1945 befreit wurde, musste sie das Lager verlassen und mit anderen einen harten Fußmarsch machen. An einem Abend legte sie sich zu einer Kuh ins Stroh. Am Morgen hatte sie Glück und wurde vergessen. Die Hunde der Bewacher konnten sie nicht erschnüffeln, weil sie nach Kuh roch. Nach dem Krieg zog Eva Erben nach Israel.