Johannes Strate freut sich auf neue „The Voice Kids“-Staffel

Johannes Strate, Sänger der Band „Revolverheld“ trat im September 2014 beim zehnten Bundesvision Song Contest 2014 in Göttingen (Niedersachsen) auf.
Johannes Strate, Sänger der Band „Revolverheld“ trat im September 2014 beim zehnten Bundesvision Song Contest 2014 in Göttingen (Niedersachsen) auf.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Im Interview erzählt der „Revolverheld“-Sänger, warum er die Talente so mag, worauf er sich freut und warum er sich für SOS-Kinderdörfer einsetzt.

Johannes Strate ist einer der drei Coaches bei „The Voice Kids“. Im Interview erzählt er, warum er den jungen Talenten so gern zuhört.


Johannes, du warst schon in der zweiten Staffel als Coach dabei. Warum machst du ein weiteres Mal mit?
Für mich war das eine spektakuläre Erfahrung. Ich war total überrascht, was für junge Talente mit super Stimmen es in diesem Land gibt, die schon so toll singen können, obwohl sie so jung sind. Das hat mich total gefreut und berührt. Deswegen war es für mich eine leichte Entscheidung zu sagen: Ich bin noch mal dabei.

Was hat dir beim letzten Mal besonders gut gefallen?
Es gab viele Highlights. Larissa mit den Cups fand ich total süß, dann natürlich Carlotta. Was für eine krasse Sängerin! Sie klingt eher wie eine 35-jährige Rockröhre. Jamica war auch wirklich super. Sie hat so viel Herz und Wärme in der Stimme gehabt. Oft hatte ich den Eindruck, da singen gar keine Kinder, sondern fertige Sängerinnen und Sänger auf hohem Niveau.

Carlotta und Jamica waren deine beiden Kandidatinnen. Warum hätten sie den Sieg verdient gehabt?
Beide sind sehr unterschiedlich, aber sie sind jeweils auf ihre Art sehr besondere Sängerinnen. Sie singen toll, Jamica spielt auch toll Gitarre. Sie sind beide schon sehr weit.

Zweimal hat ein Kind gewonnen, das von Henning gecoacht wurde. Spornt das an, dass es jetzt mal ein Kind aus deinem Team schafft?
Ja, auf jeden Fall. Henning ist ja nicht mehr dabei. Und es hat immer der Älteste der Coaches gewonnen. Und das bin in diesem Jahr ich!

Ein Kind in Hennings Team war erst acht Jahre alt. Ist das nicht zu früh für eine solche Show?
Es kommt sehr auf das Kind an. Man muss schauen, wie weit das Kind schon ist. Wenn jemand mit drei Jahren anfängt zu singen, hat der oder die mit acht schon ganz schön viel Musik gemacht. Das klingt früh, aber manchmal hatte ich das Gefühl, dass es total gut passt und dass es für sie ein toller Moment ist. Es ist ja nicht so, dass sie auf der Bühne fertiggemacht werden und 1000 Sachen auf sie einstürzen. Das war eine super Erfahrung und jetzt gehen sie wieder nach Hause, nehmen die Erfahrung mit und gehen weiter zur Schule.

Gibt es einen Vorteil, den ein 14-Jähriger in der Show gegenüber einem Zehnjährigen hat?
Nein, es gibt keinen Vorteil. Wir beurteilen die Kids natürlich nach ihrem Alter, und es ist ja klar, dass ich bei einem Achtjährigen nicht denselben Maßstab anlege wie bei einem 14-Jährigen. Oft sind die Jüngeren auch einfach noch unbedarfter. Sie singen einfach drauf los und machen sich gar nicht so viele Gedanken. Mit 14 bist du schon in der Pubertät, machst dir viele Gedanken und versuchst, alles perfekt zu machen. Dabei ist es wichtig, dass man locker ist und einfach Spaß hat auf der Bühne, und das kriegen die ganz Kleinen oft besonders gut hin.

Was ist bei „The Voice Kids“ der Unterschied zu einer Erwachsenen-Casting-Show?
Ich glaube, die Kids haben einfach noch mehr das Herz auf der Zunge. Die sind einfach noch ehrlicher und nicht wie die Erwachsenen, die teilweise mit Mitte 30 kommen, durch verschiedene Lebenskrisen und –täler gegangen sind. Es ist einfach ein bisschen purer, ein bisschen reiner. Die Kinder haben einfach total Bock auf Musik, da geht es nicht um einen Job oder ums Geld verdienen. Die Freude steht im Vordergrund.

Freust du dich auf Mark Forster als neuen Coach?
Na klar, Mark ist ein super Typ, ich kenne ihn schon lange. Er ist ein guter Kumpel und ein super Musiker, deswegen passt er gut ins Team.

Dein Sohn ist zwei Jahre alt. Wenn er später einmal Sänger werden will, würdest du ihn unterstützen, oder würdest du lieber wollen, dass er was anderes macht?
„The Voice Kids“ ist ja eine Plattform für Leute, die mal mit dem Musikgeschäft in Kontakt kommen wollen und die eine oder andere Erfahrung sammeln wollen. Wenn Emil mal Lust haben sollte, Musik zu machen, kann er natürlich auch mitmachen. Es gibt 1000 verschiedene Wege, es muss auch nicht „The Voice Kids“ sein. Du kannst auch – wie ich – mit einer Gitarre in irgendeinem Probenraum anfangen.

Es gibt das Video von dir zum Song „Lass uns gehen“, in dem zwei Kinder auf einem Pferd unterwegs sind. Warum habt ihr ein solches Video zu dem Lied gemacht?
Wir hatten einfach mal Lust, eine besondere Geschichte zu dem Video zu machen. Wir wollten den Text nicht 1:1 umsetzen und hätten es auch kitschig gefunden, wenn ein erwachsenes Paar im Sonnenuntergang verschwindet. Das wäre uns dann doch zu direkt gewesen. Wir haben uns deswegen entschieden, das mit Kindern zu machen, weil dadurch eine ganz andere Atmosphäre entsteht. Ich finde, das hat total gut funktioniert. Die beiden Kinder sind Kinderschauspieler, die das nicht zum ersten Mal gemacht haben. Sie sind ein wirklich niedliches Paar.

Auf was freust du dich im Jahr 2015 ganz besonders – außer auf „The Voice Kids“ natürlich?
Ich freue mich immer sehr auf Konzerte und Festivals. Es werden die größten Revolverheld-Konzerte aller Zeiten, da freuen wir uns gewaltig und lassen uns ordentlich was einfallen. Das Jahr ist schon ziemlich voll, wir werden viel live spielen, sind viel unterwegs. Die Festival-Tour geht im Mai/Juni los, und dann sind wir eigentlich jedes Wochenende bis September unterwegs.

Wie ist der Kontakt zu Lena im Jahr 2014 gewesen? Trefft ihr euch auch privat? Lena und ich haben beide ziemlich viel gearbeitet im vergangenen Jahr. Ich hab sie ein paar mal gesehen, zum Beispiel beim Deutschen Fernsehpreis in Köln, wir haben immer wieder gequatscht. Wir verstehen uns gut, Lena ist echt sehr nett. Manchmal schicken wir uns Quatsch per SMS hin und her.

Du engagierst dich für die SOS-Kinderdörfer. Was machst du da genau?
Wir unterstützen mit der Band Revolverheld das SOS-Kinderdorf in Hamburg und in Worpswede. Ich komme aus Worpswede, das liegt in der Nähe von Bremen. Ich hatte früher einen guten Kumpel, mit dem ich zur Grundschule gegangen bin, der im SOS-Kinderdorf in Worpswede aufgewachsen ist. Ich habe die Atmosphäre da immer als total liebevoll empfunden. Ich habe erst später verstanden, dass das Pflegeeltern sind, die verschiedene Kinder in Pflege haben, die quasi noch mal eine zweite Chance bekommen. Das Prinzip der SOS-Kinderdörfer finde ich einfach super. Dass Kinder, die keine Eltern haben oder wo es mit den leiblichen Eltern nicht wirklich stimmt, die Chance bekommen, in einem Familienverbund aufzuwachsen. Das Prinzip ist ein Erfolgsmodell. Viele Kinder kommen erfolgreich in die Gesellschaft zurück und haben ein schönes und erfülltes Leben. Die SOS-Kinderdörfer brauchen immer wieder Spenden und wir als Band haben uns dem verschrieben, sie ein bisschen zu unterstützen. In Hamburg bauen wir mit dem SOS-Kinderdorf zum Beispiel ein Musikprojekt auf, damit die Kinder Unterricht und Instrumente bekommen. Wir fahren öfter mal vorbei und sehen, was passiert.

Infos zur Sendung: www.thevoicekids.de