Handschuhe für verletzte Koalas

Das Schicksal von Koalas mit verbrannten Pfoten hat eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.
Das Schicksal von Koalas mit verbrannten Pfoten hat eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nach den Buschbränden in Australien baten Tierschützer um Hilfe.Menschen aus aller Welt nähten daraufhin Tausende kleine Fäustlinge

So eine Hilfsbereitschaft haben die Australier selten erlebt: Tausende Tierfreunde aus aller Welt setzten sich an die Nähmaschinen und fertigten kleine Handschuhe für Koalas an! Denn bei heftigen Waldbränden im Süden des Kontinents hatten sich sehr viele Koalas die Pfoten verbrannt. Eine Tierschutzorganisation bat im Internet und in Zeitungen um Hilfe. Und plötzlich trudelten aus allen Teilen der Erde die Päckchen mit winzigen Fäustlingen ein.

Glühende Baumstämme

Zwei Buschfeuer wüten zur Zeit im Staat Victoria. Eine Fläche, so groß wie 2000 Fußballfelder, brennt. In Australien ist gerade Sommer, und bei der Hitze kommen solche Brände häufig vor. Menschen wurden dabei in diesem Jahr noch nicht verletzt. Aber die Koalas sind den Flammen wieder hilflos ausgeliefert. Die Beuteltiere schlafen 18 Stunden am Tag und wenn sie aufwachen, bewegen sie sich wie in Zeitlupe. Sie sind also viel zu langsam, um sich vor einem Feuer in Sicherheit zu bringen. Zu allem Unglück sind ihre Lieblingsbäume, die Eukalyptusbäume, extrem leicht brennbar. Die meisten Koalas versengten sich die Pfoten, weil sie versuchten, sich an den glühenden Stämmen festzuhalten.

Doch die Feuerwehr und Tierschützer konnten sehr viele Koalas retten. Ihre verletzten Pfoten werden nun mit Salbe behandelt, gekühlt und verbunden. Es kann allerdings ein Jahr dauern, bis sie vollständig verheilt sind.

Weil die Verbände täglich gewechselt werden müssen, rief die Tierschutzorganisation IFAW vorige Woche im Internet die Bevölkerung dazu auf, Fäustlinge aus reiner Baumwolle – aus alten T-Shirts oder sauberen Spültüchern – zu nähen.

Eigentlich hatte man nur damit gerechnet, dass Australier aus der Umgebung Handschuhe schicken. Aber dann kamen Pakete aus allen Teilen der Welt, aus Russland, aus China, aus Europa, den USA und Kanada.

Offenbar haben die leidenden Tiere sehr viele Menschen berührt – zu viele. Die Tierschützer bedankten sich auf ihrer Internetseite für die große Hilfsbereitschaft und schrieben, dass man jetzt keine Handschuhe mehr schicken solle. Alle verletzten Koalas sind versorgt.