Griechische Familien suchen Hilfe im SOS-Kinderdorf

Diese beiden Jungen spielen gern draußen auf dem Sportplatz.
Diese beiden Jungen spielen gern draußen auf dem Sportplatz.
Foto: SOS-Kinderdörfer
Viele Menschen in Griechenland werden immer ärmer. Das liegt an der Wirtschaftskrise. Im SOS-Kinderdorf in Thessaloniki wird Kindern geholfen.

Griechenland hat eine neue Regierung gewählt. Die Menschen waren unzufrieden mit der alten Regierung, weil sie nicht genug gegen die Wirtschaftskrise getan hat. Die Krise in Griechenland dauert schon fünf Jahre. Und die Menschen werden immer ärmer. Das trifft vor allem Familien.

Viele Eltern haben keine Arbeit mehr. Das bedeutet, sie können nicht einmal mehr die Miete zahlen, Kleidung kaufen oder regelmäßige Mahlzeiten kochen. Manche Eltern macht das so traurig, dass sie krank werden und sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern können.

Kaum Geld zum Überleben

„Es gibt Eltern, die sind so arm, dass sie ihre Kinder im SOS-Kinderdorf abgeben möchten“, sagt George Protopapas, der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Griechenland. Und es werden immer mehr. Damit es Not leidenden Familien bessergeht, helfen die SOS-Kinderdörfer Kindern und Eltern mit Lebensmitteln, Kinderbetreuung und Kursen für Theater, Kunst oder Sport.

„Ich habe dauernd Angst, und oft kann ich nachts nicht schlafen“, erzählt der zwölfjährige Konstantinos. Seine Familie hat kaum Geld zum Überleben. Seine Mutter putzt in seiner Schule – für 160 Euro im Monat. „Manchmal bin ich richtig wütend!” Deshalb besucht er einmal pro Woche einen Psychologen im Sozialzentrum der SOS-Kinderdörfer in Thessaloniki. Außerdem bekommt Konstantinos dort Nachhilfe in Englisch. „In der freien Zeit spielen wir Theater“, sagt Konstantinos, „da kann ich mich austoben.“

„Am schlimmsten war es, als wir nach der Schule den ganzen Tag zu Hause waren“, erinnert sich seine jüngere Schwester Katerina. „Wir konnten nichts machen. Und ich hatte nie Schulhefte oder Stifte. Ich konnte nicht mal meine Hausaufgaben machen.“

Seit zwei Jahren können Konstantinos, Nikolas und Katherina im SOS-Sozialzentrum Hausaufgaben machen. Dort bekommen sie auch Stifte, Hefte und Schulbücher. In den großen, hellen Räumen lernen und spielen Kinder, die es zu Hause sehr schwer haben. Es gibt Nachhilfelehrer und Erzieher, die mit den Kleineren spielen und basteln. „Natürlich machen wir nicht die ganze Zeit nur Hausaufgaben“, gibt Nikolas zu. Für Sport – da ist er froh – bleibt immer noch genug Zeit.