Gräserpollen! Habt ihr auch die Nase voll?

Bei den meisten Kindern bricht der Heuschnupfen im Grundschulalter aus.
Bei den meisten Kindern bricht der Heuschnupfen im Grundschulalter aus.
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Was wir bereits wissen
Kinder leiden besonders stark unter Heuschnupfen. Professorin Monika Gappa erklärt, was man tun kann, damit die Allergie nicht schlimmer wird

Der Frühling kann so gemein sein: Die Sonne scheint, Bäume und Blumen blühen, man möchte den ganzen Tag draußen toben - aber das schöne Wetter bringt immer mehr Mädchen und Jungen zum Heulen. Die Augen tränen, die Nase läuft und läuft, manche müssen dauernd husten. Heuschnupfenzeit! Etwa jedes sechste Kind ist allergisch gegen die winzigen Pollen, die jetzt durch die Luft fliegen. Ein Trost: Die Medikamente gegen Allergien sind besser geworden.

Spott in der Schule

Die meisten Erwachsenen ahnen nicht, wie sehr Kinder unter ihrer Gräserpollenallergie leiden: Weil die Nase verstopft ist und die Augen jucken, können sie nicht richtig schlafen. Der Schultag wird zur Qual und oft lachen sogar die Mitschüler, weil man mit der roten Nase und den verquollenen Augen komisch aussieht.

Allergie-Expertin Monika Gappa sagt: Das muss nicht sein, dass es den Kindern so schlecht geht. Die Professorin und Chefärztin rät Eltern, den Heuschnupfen „großzügig mit Medikamenten zu bekämpfen“. Natürlich sollte vorher ein Kinderarzt, der sich mit Allergien gut auskennt, den kleinen Patienten untersuchen. Wenn gründliche Tests beweisen, dass Gräserpollen für Triefnase und rote Augen sorgen, dann gibt es noch andere Mittel als Nasen- und Augentropfen. Man kann den Heuschnupfen langfristig austricksen. Ärzte sprechen von einer „Hyposensibilisierung“: Mehrere Jahre lang bekommt das Kind kleinste Mengen der Pollen, um den Körper daran zu gewöhnen. Früher ging das nur mit Spritzen, inzwischen kann man auch Tabletten nehmen. Kinder sollten früh damit beginnen, empfiehlt Gappa: möglichst schon im Alter von 5 oder sechs Jahren. Warum? Weil der Heuschnupfen gerne wandert - von der Nase in die Lunge. Dann bekommt man „Asthma“. Bei Kindern äußert sich das oft durch Husten. Mit der „Hyposensibilisierung“ will man die Allergiker davor schützen.

Ein praktischer Tipp: Allergische Kinder sollten jeden Abend ihre Haare waschen. Sonst liegen die Pollen wochenlang im Bett und ärgern die Nase und die Augen auch noch im Schlaf!