Forscher: Fast jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut

Das sind keine schönen Nachrichten: Fast zweieinhalb Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland gelten als arm. Ihre Eltern haben nur wenig Geld. Oftmals sind neue Kleidung, gesundes Essen oder ein Besuch im Zoo nicht drin.

Düsseldorf (dapd-kid). Das sind keine schönen Nachrichten: Fast zweieinhalb Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland gelten als arm. Ihre Eltern haben nur wenig Geld. Oftmals sind neue Kleidung, gesundes Essen oder ein Besuch im Zoo nicht drin.

Forscher haben herausgefunden: Fast jeder Fünfte unter 18 Jahren in Deutschland lebt unterhalb der Armutsgrenze. Sie haben das danach berechnet, wie viel Geld den Familien jeden Monat zur Verfügung steht. Wenn Eltern mit einem kleinen Kind zum Beispiel weniger als 1.526 Euro monatlich haben, gelten sie als arm.

Die Forscher arbeiten für die Hans-Böckler-Stiftung. Seit mehreren Jahren schon berichten sie über die Armut von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die Forscher sagen auch: Viele Familien, die aus anderen Ländern stammen, müssen in Deutschland mit wenig Geld zurechtkommen. Bei ihnen wächst fast jeder Dritte unter 18 Jahren in Armut auf.

Wie viele arme Familien es gibt, ist in jedem Bundesland verschieden. In Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil der armen Kinder am höchsten. In Bayern und Baden-Württemberg dagegen leben anteilig die wenigsten Mädchen und Jungen unterhalb der Armutsgrenze. Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit den meisten Einwohnern. Hier ist auch die Zahl der armen Kinder insgesamt am höchsten: 678.000 gelten als arm. Das sind mehr als in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen zusammen.

Wenn Eltern nur wenig verdienen oder lange keine Arbeit finden, sind sie oft auf "Hartz IV" angewiesen. Mit dem "Hartz IV"-Geld (ausgesprochen: "Hartz vier"-Geld) hilft der Staat. Die Menschen werden jeden Monat unterstützt, damit sie eine Wohnung haben und sich Essen, Trinken und andere Dinge kaufen können. Kinder aus "Hartz IV"-Familien müssen aber auf vieles verzichten. Im Kino einen neuen Film anschauen oder in einen Sportverein eintreten, das ist mitunter nicht drin.

Von den "Hartz IV"-Empfängern wird aber auch einiges erwartet. Die Menschen müssen zum Beispiel zum Jobcenter kommen und sich beraten lassen, wenn sie eingeladen werden. Das ist Pflicht.

dapd