Die giftige Raupe Nimmersatt

Bloß nicht anfassen, die Härchen des Eichenprozessionsspinners sind giftig.
Bloß nicht anfassen, die Härchen des Eichenprozessionsspinners sind giftig.
Foto: Peter Roggenthin
Was wir bereits wissen
Im Mai herrscht tierisch viel Betrieb in den Bäumen: Der Eichenprozessionsspinner hat winzige Brennhaare, die für Menschen gefährlich sind

Fast alle Kinder mögen die kleine Raupe Nimmersatt aus dem Bilderbuch von Eric Carle - aber wenn Massen von echten Raupen an einem Ast hängen, kann das gruselig wirken. Gerade im Mai wimmelt es in den Bäumen von den pelzigen Kriechtieren. Die meisten sind harmlos. Doch in Eichen, manchmal auch Buchen, vermehren sich seit Jahren giftige Raupen: Die Eichenprozessionsspinner. Wegen dieser Raupe müssen immer wieder Spielplätze oder Teile von Schulhöfen abgesperrt werden. Warum eigentlich?

Bäume sind kahl gefressen

In einigen Eichen hängen Raupennester, die so groß sind wie Fußbälle. Darin kleben Hunderte Larven mit schwarzem Rücken und feinen Härchen. Gerade Kinder finden es spannend, sich sowas aus der Nähe anzusehen. Vorsicht: Von solchen Raupen müsst ihr euch fern halten! Die Haare der Eichenprozessionsspinner sind mit einem gefährlichen Gift gefüllt, um Feinde abzuwehren. Wenn diese Brennhaare die menschliche Haut berühren, kann man juckende Pusteln oder schlimmen Husten bekommen.

Nachts, während ihr (hoffentlich) fest schlaft, herrscht in den Eichen Hochbetrieb. Die Eichenprozessionsspinner wandern immer gemeinsam. Sie haben diesen Namen, weil sie meterlange „Prozessionen“ (Gruppen, die sich gemeinsam fortbewegen) bilden und ganze Baumstämme überziehen. Kein Wunder, dass die Bäume schnell kahl gefressen sind. Den Eichen macht das nichts, die Blätter wachsen meistens nach. Im Juni, wenn sie endlich satt sind, verpuppen sich die Raupen. Im August schlüpfen - nein, keine Schmetterlinge, sondern drei Zentimeter breite, graue Nachtfalter. Die behaarte Hülle bleibt zurück und ist auch nach Jahren noch giftig.
Oft wird der Eichenprozessionsspinner mit der Gespinstmotte verwechselt. Spaziergänger alarmieren die Feuerwehr, weil sie gespenstische Bäume entdecken - die ganze Krone wirkt wie mit Zuckerwatte überzogen. Das macht die Gespinstmotte. Deren Raupen sind grau oder weiß mit schwarzen Punkten, unbehaart - und harmlos.