Die berühmte Rede des Bundespräsidenten

Bundespräsident Richard von Weizsäcker hält seine vielbeachtete Rede am 8. Mai1985.
Bundespräsident Richard von Weizsäcker hält seine vielbeachtete Rede am 8. Mai1985.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Der Politiker Richard von Weizsäcker ist gestorben. Er war der sechste Bundespräsident in der Bundesrepublik Deutschland.

Wenn Fahnen auf halbmast wehen, ist das ein Zeichen von Trauer. Die Fahnen wehen dann nicht mehr ganz oben an einem Mast, sondern auf halber Höhe. Am Wochenende wurden in der Stadt Berlin Fahnen auf halbmast gesetzt. Denn ein Mann ist gestorben, der für Deutschland sehr wichtig war. Er hieß Richard von Weizsäcker. Er wurde 94 Jahre alt. Der Mann war zehn Jahre lang Bundespräsident von Deutschland.

Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt von Deutschland. Im Moment heißt der Bundespräsident Joachim Gauck. Eine seiner Aufgaben ist, Deutschland gegenüber dem Ausland zu vertreten. Deswegen reist er häufig ins Ausland und trifft dort Politiker. Oder er hat Politiker zu Besuch. Häufig hält der Bundespräsident auch Reden. Darin setzt er sich mit wichtigen Themen auseinander.

„Ein Tag der Befreiung“

Richard von Weizsäcker ist besonders für seine Reden berühmt. In einer Rede im Jahr 1985 sprach er einen berühmten Satz: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung.“ Damit meinte er den 8. Mai 1945. Damals wurde der Zweite Weltkrieg beendet, den Deutschland begonnen hatte.

Damit ging auch die Herrschaft der Nationalsozialisten vorbei, die in Deutschland die Macht hatten. Sie hatten schreckliche Verbrechen begangen und viele Menschen getötet. Viele Leute sprachen danach von einer Niederlage. Richard von Weizsäcker aber nannte das Ende des Krieges auch eine Befreiung für Deutschland. Das hatte vor ihm noch kein Bundespräsident gesagt.

Richard von Weizsäcker hatte die Schrecken des Krieges selbst erlebt und als Soldat gekämpft. Auch deswegen setzte er sich sehr für den Frieden ein.