Das Geheimnis der grünen Plätze

Phil Thorn muss jeden Tag die Linien erneuern, seine Hündin Sheera begleitet ihn gerne.
Phil Thorn muss jeden Tag die Linien erneuern, seine Hündin Sheera begleitet ihn gerne.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Was unterscheidet eigentlich einen Wimbledon-Tennisrasen von irgendeiner Wiese? Greenkeeper Phil Thorn weiß, wie man das Gras perfekt in Form bringt

Knallgrün! So müssen die Plätze aussehen, auf denen sich die besten Tennisspieler der Welt gerade tummeln. Denn sie spielen in England ein Turnier auf Rasen. Es heißt Wimbledon und zählt zu den wichtigsten Wettkämpfen im Tennis. Wie kommt es eigentlich, dass der Tennisball auf Gras so gut springt? Im Garten klappt das nicht! Wir haben mit einem Experten gesprochen. Phil Thorn ist Greenkeeper (übersetzt: Grün-Pfleger) einer Tennisanlage in der nordrhein-westfälischen Stadt Halle.


Warum kann man auf dem Rasen in Wimbledon besser Tennis spielen als auf einer Wiese?
Das liegt am Boden. Der ist sehr fest und gerade. Im Garten springen die Bälle nicht, weil der Boden weich und hügelig ist. Der Untergrund ist beim Tennis genauso wichtig wie das Gras.


Und wie schafft man es, dass der Rasen so perfekt grün aussieht?
Wir geben ihm Nährstoffe und viel Wasser. Man muss den Rasen genauso behandeln wie seine Pflanzen zu Hause. Die Seite des Rasens, die weniger Sonne abbekommt, gießen wir sogar mit der Hand.


Wie oft muss man denn den Rasen mähen?
Beim Turnier jeden Tag. Ansonsten jeden zweiten Tag.
Damit der Ball gut hüpft, darf das Gras bestimmt nicht zu lang sein?
Wir schneiden es auf sieben bis acht Millimeter Länge. Das kann man am Rasenmäher einstellen. Ich habe zwei Rasenmäher. Einen, auf dem man sitzen kann, wenn alles schnell gemacht werden muss. Aber meistens nehmen wir den Handmäher und gehen zu Fuß.


Nach ein paar Turniertagen hat der Rasen große braune Flecken!
Sowas kann man nicht verhindern. Nach dem Turnier säen wir dann neuen Rasen.


Wie kommen die weißen Linien aufs Gras?
Die Linien müssen täglich neu gezogen werden. Sie gehen kaputt, wenn die Spieler drüberlaufen. Damit man nicht schief malt, spannt man Schnüre. Mit einem Gerät, das aussieht wie ein Rasenmäher, verteilt man die weiße Farbe auf dem Rasen.
Manche Tennisspieler hauen vor Wut ihren Schläger in den guten Rasen...
Das hat mich früher geärgert. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Die Löcher kann man reparieren, das ist gar nicht so schwer.


Meckern die Spieler schon mal über den Rasen?
Nur selten beschwert sich einer, aber meistens dann, wenn er verloren hat.